Entfesselte Begierde


Originaltitel:
Les avaleuses
Alternativtitel:
Female Vampire, La comtesse noire, Erotikill
Jahr:
1973
Eingetragen:
24.09.2014
IMDB-Wertung:
4,8/10

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Ein Dracula-Cape macht noch keinen Vampirfilm
Würde Lina Romay nicht meist das gleiche Kostüm (so man denn einen Gürteil und einen Umhang als solches bezeichnen kann) tragen, könnte man glatt meinen, dass es sich hierbei einfach nur um willkürlich zusammengeschnittene Szenen handeln könnte. Sexszenen natürlich. Vorgeblich „spielt“ Romay die stumme Gräfin Irina Karlstein. Sie ist die letzte Nachfahrin einer legendär als Vampire verschrienen Geschlechts (sollte wohl Karnstein heißen). Und so lastet der Fluch auch auf ihr: Um zu überleben, muss sie… Oralsex haben?

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Bloß keine Emotionen zeigen!
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Da geht's zur Sache
Oha, wenn das mal nicht genau das Niveau eines Deep Throat ist. Diese „Vampirin“ saugt also allen Männern und Frauen, denen sie über den Weg läuft, die „Lebensenergie“ aus den Geschlechtsteilen. Ein schwacher Vorwand dafür, gut die Hälfte der beinahe zwei Stunden mit oralfixierten Sexszenen, zu denen Konservenmusik dudelt, zu verbringen. Dazwischen gibt es ein paar weitere Einstellungen von Romay, wie sie völlig ausdruckslos in klassischen Urlaubsparadiesen herumsitzt, -liegt oder steht. Und ein paar Szenen mit Regisseur Jess Franco, wie er vorgeblich die Todesfälle zu ergründen versucht – aber es kommt niemals zu irgendeiner Interaktion mit dem Haupt-„Plot“.

So bleibt die ganze Last, die das fehlende Drehbuch mit sich bringt, auf Romay. Diese war nun zweifellos ein sehr niedliches Mädchen – aber sie war immer dann gut, wenn sie als naive Unschuld, als Opfer besetzt wurde. Als gnadenloses bis tragisches Monster ist sie fehlbesetzt. Hier hätte es einer sehr starken (ausdrucksstarken wie auch dominant wirkenden) Darstellerin bedurft, überhaupt auch nur irgendetwas herauszuholen. Soledad Miranda füllte bei Franco öfters diese Rolle, war aber zu dieser Zeit leider bereits ums Leben gekommen. Mit Miranda wäre dies sicher ein besserer Film geworden. Doch man darf sich auch keine Illusionen machen: Von gut wäre es immer noch meilenweit entfernt gewesen; egal, wessen Gesicht und Körper die Bilder gefüllt hätte!

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