The Sandbaggers


Originaltitel:
The Sandbaggers
Jahr:
1978
Eingetragen:
02.08.2010
IMDB-Wertung:
8,7/10

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Burnside und Peele sprechen bei „C“ vor
The Sandbaggers ist eine Fernsehserie, die von 1978 bis 1980 im britischen Fernsehen lief. Alles dreht sich um die Spione des „Secret Intelligence Service“ (SIS), also dem britischen Geheimdienst. Hauptperson ist ein gewisser Neil Burnside (Roy Mardsen), der „Director of Operations“, der (neben anderen Aufgaben, die in der Serie nur nebengeordnete Rollen spielen) für den Einsatz der Agenten, der sogenannten „Sandbagger“, verantwortlich ist. Es gibt drei Sandbagger, „Sandbagger One“ und Leiter der Abteilung ist Willie Caine (Ray Lonnen). Im Laufe der Serie wechselt die Besetzung der Abteilung jedoch mehrfach.

Die Handlung des Serie könnte von James Bond kaum verschiedener sein. Keine spektakuläre Action, keine technischen Gimmicks, keine Frauengeschichten. Wenn man das Geschehen der Serie in einem Satz zusammenfassen müsste, würde sich folgende Beschreibung aufdrängen: Männer in Anzügen, die an Schreibtischen sitzen und in Telefone sprechen.

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Burnside trifft sich höchst inoffiziell mit Sir Geoffrey
Die Darstellung, dass es im Spionagegeschäft größtenteils auch nur um Politik und Bürokratie geht, ist wahrscheinlich sehr realistisch. So sieht man Burnside immer wieder mit den anderen zentralen Figuren der Regierungsbehörden verhandeln: seinem direkten Vorgesetzten Matthew Peele (Jerome Willis), „C“ (Richard Vernon), dem Chef des gesamten SIS, Sir Geoffrey Wellingham (Alan MacNaughton), dem Staatssekretär des Außenministeriums (der pikanterweise auch Burnsides ehemaliger Schwiegervater ist) oder auch seinem in London stationierten Kollegen der CIA, Jeff Ross (Bob Sherman). Es geht also primär darum, wie hinter den Kulissen Strippen gezogen, wie interne Skandale verhindert und eben der Kalte Krieg mit den Ostblockstaaten mit möglichst subtilen Mitteln geführt wird.

Trotzdem hat jede Folge einen Aufhänger, so dass die Sandbaggers auch mal aus ihrem Büro herauskommen. Da müssen Personen überwacht, Hotelzimmer durchsucht, befreundete Agenten gerettet, feindliche Agenten enttarnt und Überläufer herausgeholt oder gestoppt werden (je nach Richtung). Fast nie werden die Sandbaggers überhaupt bewaffnet, noch seltener fallen Schüsse.

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„Sandbagger Two“ (Diane Keen) bereitet sich auf einen Einsatz vor
Trotz des fürs Agentengenre ungewöhnlich niedrigen Actionanteil (oder vielleicht gerade deswegen) sind die meisten Folgen sehr spannend. Positiv hervorzuheben dabei, dass es immer zwei Handlungsebenen gibt: Einmal die akute Story der jeweiligen Folge, aber eben auch der immer weiter fortschreitende „globale“ Plot im Hintergrund, also die Entwicklung der Beziehungen der Charaktere zueinander, die wechselnden Verhältnisse innerhalb SIS usw.

Besonders positiv herauszuheben ist natürlich die Kombination der letzten Folge der ersten („Special Relationship“) und der ersten Folge der zweiten Staffel („At All Costs“). Der Schockeffekt, mit dem die erste Staffel abschließt, ist bereits schwer zu verkraften, aber die nächste Folge setzt dann sogar nochmal einen im gleichen Stil drauf und stellt damit übliche Seriendramatik auf den Kopf. Zweitens muss man „Operation Kingmaker“ erwähnen. In dieser Folge versucht Burnside, die Personalpolitik des SIS (auf den Ebenen über ihm) mit einigen Tricks zu beeinflussen.

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Willie gerät auf Zypern in Gefahr
Wenn man denn auch etwas relativ negativ erwähnen muss, dann müsste man hier wahrscheinlich „My Name is Anna Wiseman“ nennen. Diese Folge passt sich nicht so richtig in den Rest ein (die Charaktere handeln eher ungewöhnlich dafür, wie man sie sonst kennengelernt hat) und die sonst eher vorherrschende Wertneutralität in der Erzählung weicht recht stumpfer Moralpropaganda.

Nach drei Staffeln und insgesamt 20 Folgen war Schluss mit der Serie. Allerdings ungeplant: Autor Ian Mackintosh verschwand mitsamt seines Flugzeugs spurlos und wurde für tot erklärt. So endet die Serie mit einem weiteren dramatischen „Cliffhanger“, den man gerne aufgelöst gesehen hätte. Leider ist dreißig Jahre nach Ende der letzten Staffel nun wohl endgültig klar, dass wohl für immer so bleiben wird.

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