Das Grab der lebenden Puppen


Originaltitel:
Dark Places
Jahr:
1973
Eingetragen:
11.11.2014
IMDB-Wertung:
5,7/10

Andrew Marr (Carleton Hobbs) verstirbt als gebrochener alter Mann in einer Nervenheilanstalt. Pfleger Edward Foster (Robert Hardy) hat ihn dazu gebracht, ihn als Universalerben einzusetzen. Der Besitz besteht im Wesentlichen aus einem heruntergekommenen Anwesen, in dem früher Marrs Familie residierte. Seinen Aussagen nach soll in dem Haus eine beträchtliche Bargeldsumme versteckt sein, hinter der Foster her ist. Doch er ist nicht der einzige: Dorfarzt Mandeville (Christopher Lee) und dessen Schwester Sarah (Joan Collins) sowie der das Anwesen verwaltende Anwalt Prescott (Herbert Lom) hätten ebenfalls nichts dagegen, sich an der Steuer vorbei persönlich zu bereichern.

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Wobei ihnen allen die Geister der Vergangenheit dazwischenpfuschen. Die Mandevilles versuchen den unliebsamen Neueigentümer durch inszenierte Spukshows loszuwerden, doch schon bald geschehen Dinge genau dieser Art, die gar nicht von ihnen stammen. Marrs sich langsam erklärende Familientragödie Jahrzehnte zuvor hängt immer noch über dem Ort. Eine unheimliche Atmosphäre macht sich breit, wenn die Wahnvorstellungen Fosters immer stärker werden, sich Rückblenden/Einbildung mit der Gegenwart vermischen, indem Parallelen zwischen Charakteren beider Zeitebenen gezogen werden. Im Falle Fosters/Marrs sogar explizit, indem letzterer in jüngeren Jahren ebenfalls von Hardy gespielt wird, bei anderen (Collins wird durch Jane Birkin ersetzt) implizit.

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Von daher kann man sagen: Die alte Formel des unheimlichen Geisterhauses, in dem immer noch die gequälten Seelen der vor langer Zeit Ermordeten spuken, was sich aber evtl. tatsächlich alles nur subjektiv in der Wahrnehmung der Besucher abspielt, ist hier wirklich sehenswert umgesetzt! Nicht im überragend tiefgründigen, bedeutungsvollen Sinne, aber sehr wohl im atmosphärischen, verstörenden. Durch die sehr subjektive Perspektive wird den Zuschauern das regelnde Fundament entzogen und die Schlusswendung, die zum Glück die eigentliche Frage, ob die Geister echt sind oder nicht, offen lässt, ist zur Abwechslung auch mal wirklich gelungen, da weder trivial vorhersehbar, noch abstrus. Vielmehr wird den Zuschauern vor Augen geführt, wie weitreichend ihre eigenen impliziten Annahmen die Interpretation des Ganzen signifikant beeinflussen. Ein wertvoller Meta-Kommentar, der einen gelungenen Film abrundet.

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