The Rutles in All You Need is Cash


Originaltitel:
The Rutles in All You Need is Cash
Jahr:
1978
Eingetragen:
26.11.2014
IMDB-Wertung:
7,3/10

Während Elvis Presley in „seinen“ Spielfilmen immerhin noch dünn bemäntelte Cowboyrollen überstreifen musste, spielten die Beatles in „ihren“ Filmen einfach „sich selbst“ (oder sagen wir mal: ihre öffentlichen Persönlichkeiten). Eric Idle stellt die Sache in seiner Pseudodokumentation einfach auf den Kopf, indem er die Karriere der fiktiven Band namens The Rutles (neben Idle selbst: John Halsey, Ricky Fataar und Neil Innes) erzählt: Von den Anfängen in einem deutschen Ratskeller (vom von Idle gespielten Journalisten als „rat cellar“ fehlübersetzt) und der medialen Aufmerksamkeit aufgrund ihrer besonders enganliegenden Hosen bis zum Niedergang nach der ersten Berührung mit Tee, der Hochzeit zweier Bandmitglieder mit Hitlers Tochter sowie einer französischen Schauspielerin, die nicht der englischen Sprache mächtig war, sowie dem steigenden Einfluss eines Mystikers aus Surrey.

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Der Clou besteht dabei gar nicht so sehr im Wiedererkennungswert der satirisch verwursteten Ereignisse der Karriere der echten Beatles, auch wenn diesbezüglich einige Einfälle den Kern der Sache schon ganz gut treffen – wie beispielsweise das George Harrison-Äquivalent gleich als Inder auftreten und kein einziges Wort sprechen zu lassen. Die große Qualität liegt in der Art der Inszenierung, die die Grenzen zur Wirklichkeit verschwimmen lässt: Echte Zeitgenossen der Beatles wie Mick Jagger und Paul Simon äußern sich in Interviews zu ihrer Verbindung mit den Rutles, diverse weitere (Ron Wood, Bianca Jagger und sogar George Harrison selbst) treten in kleinen Nebenrollen auf.

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Im Gedächtnis bleiben die Rutles jedoch trotzdem gar nicht mal wegen den von Idle geschriebenen verbalen Scherzen. Es ist vielmehr dem ewig unterbewerteten Neil Innes zu verdanken, dass die Rutles bis heute ein Begriff sind: Seine Lieder, manchmal direkter, manchmal weniger konkret von bestimmten Beatles-Songs inspiriert, treffen den musikalischen Stil der großen Vorbilder perfekt. Nicht nur das, sie sind sogar für sich, ohne Bezug zum Film, anhörbar! So gut ist keine der zahlreichen Nachahmerbands der 60er Jahre gewesen.

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