ABBA – Der Film


Originaltitel:
ABBA: The Movie
Jahr:
1977
Eingetragen:
26.11.2014
IMDB-Wertung:
6,4/10

ABBA (Anni-Frid Lyngstad, Benny Andersson, Björn Ulvaeus und Agnetha Fältskog) sind auf Australientour – und ein Rock'n'Roll-DJ (Robert Hughes) soll ein exklusives, tiefschürfendes Interview mit den Stars führen. Was natürlich nichts weiter als ein dünner Vorwand dafür ist, dokumentarisch entstandene Ausschnitte der wirklichen Konzerte zusammenzuschustern und mit der mäßig komischen Rahmenhandlung zu „verbinden“.

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„So nett… immer gut gekämmt und so.“

Was allerdings nur mehr schlecht als recht gelingt. Faktisch läuft die Reporterhandlung völlig an den Konzertszenen vorbei. Überhaupt wird Musik beinahe ausschließlich im Konzertkontext gebracht – anders als bei den Beatles-Filmen gibt man sich nicht mal ansatzweise Mühe, sie irgendwie anlasstechnisch in die Handlung einzubinden. Ebensowenig werden sie inhaltlich reflektierend, also in jeweils passenden Handlungsmomenten oder Gemütszuständen eingesetzt. Sie sind einfach da, weil ABBA halt in jeder Stadt Konzerte geben. Zwei halbwegs rühmliche Ausnahmen bilden die mit einem Anflug von Selbstironie inszenierten Montagen von Money, Money, Money und I'm a Marionette, die jeweils mit Szenen der Merchandisingmaschinerie und Presseterminen (mechanisches Lächeln und Winken) unterlegt werden.

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Ganz locker und ungezwungen werden Kritiken studiert

Filmisch bleibt das Machwerk insgesamt trotzdem, selbst gemessen an den niedrigen Standards des Musikfilmgenres, eine Vollniete. Ob man sich das angucken will, hängt damit einzig und allein von der persönlichen Bewertung des Kitschfaktors dieser seichten Popnummern und des 70er-Jahre-Flairs ab. Denn ob man es wahrhaben will oder nicht: ABBA befanden sich immerhin zu der Entstehungszeit im Zenit ihrer Karriere – und damit ist dies natürlich schon ein Zeitdokument. Auch wenn vieles dafür spricht, diese Zeit lieber vergessen zu wollen.

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