Die Jungfrau und die Peitsche

Poster
Originaltitel:
Eugenie
Alternativtitel:
De Sade 70
Jahr:
1970
Eingetragen:
18.12.2014
IMDB-Wertung:
5,4/10
TMDB-Wertung:
4,3/10


Hannes schreibt:

Eugenie (Marie Liljedahl) plagen die üblichen Teenagerprobleme: ein langweiliges, provinzielles Leben mit den langweiligen Eltern (Paul Muller und María Luisa Ponte), die sich auch untereinander nichts mehr zu sagen haben. Gut (denkt sie), dass sie letztens eine junge Frau (Maria Rohm) kennengelernt hat, die in ihrer Eleganz und Selbstbestimmtheit für sie die erstrebenswerte Freiheit repräsentiert – und für die es ein leichtes ist, ihren Vater (mit Sex) zu überzeugen, Eugenies Wochenendausflug auf ihre Privatinsel zu erlauben.

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Es beginnt harmlos

Hier lassen jene Dame und ihr Bruder (Jack Taylor), versorgt von zwei Dienern (Anney Kablan und Uta Dahlberg) es sich in ihrem mondänen Anwesen gut gehen. Was für die naive Eugenie erst wie ein erholsamer Strandurlaub aussieht, entwickelt sich schnell zum Alptraum, als sie von den Gastgebern wiederholt betäubt und zu zunehmend gewalttätigen sexuellen Spielen missbraucht wird.

Dankbarer Stoff für Meister Franco, wobei sich zum wiederholten Male zeigt, dass rein motivische Adaptionen ihm viel mehr liegen als direkte Verfilmungen. Während es in seiner mainstreamigen Justine-Verfilmung tendenziell zahm und damit auch recht uninteressant zuging, geht dieser „Pervertierungsprozess des unschuldigen Mädchens“ um Einiges sleaziger von Statten. In angedeuteter Softpornoästhetik wird ein bisschen herumgefummelt und wenn dann S&M-Sachen angedeutet werden sollen, dann wie üblich doch schnell geschnitten.

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Doch es warten schon weniger zärtliche Zuschauer

Zu den bewährten Franco-Gesichtern (Rohm, Muller und Herbert Fux) gesellt sich eine Hauptdarstellerin, die den für ihre Rolle genau passenden Typ verkörpert, sowie Christopher Lee, der sich selbst für geringe Bezahlung bekanntermaßen nie zu schade war für Kurzauftritte (für ihn waren das wohl Drehpausen seines Sherlock-Holmes-Auftritts; zumindest trägt er das gleiche Kostüm). Überraschenderweise bestreitet er sogar mehrere Szenen in sogar tragender Rolle – nach seinem Auftauchen am Anfang hätte man eher erwartet, dass es dabei wohl bleiben wird. Bedeutend ist seine Auftritt insofern nicht nur dafür, seinen Namen aufs Plakat zu bringen, sondern seine Rolle sorgt immerhin für das schön rabenschwarze Ende, während man sich vorher schon fragte, was an dem ganzen Treiben jetzt eigentlich so besonders „schockierend“ sein soll. Oder vielleicht haben sich auch einfach nach hundert Franco-Filmen die eigenen Beurteilungsschwellen, was harmlos ist und was schockiert, verschoben.

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