Zeugin des Mordes


Originaltitel:
Witness to Murder
Jahr:
1954
Eingetragen:
16.01.2015
IMDB-Wertung:
6,7/10

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Cheryl (Barbara Stanwyck) möchte sich gerade zu Bett begeben, doch als sie gerade die Vorhänge zuziehen will, wirft sie einen letzten Blick aus dem Fenster – und beobachtet im Fenster auf der anderen Straßenseite einen Mord! Doch der Täter (George Sanders) ist schnell: Die sofort herbeigerufene Polizei findet in seiner Wohnung keinerlei Hinweise mehr. So wird Cheryls Meldung als besonders realistischer Alptraum zu den Akten gelegt.

Doch sie ist sich sicher (und die Zuschauer wissen), dass sie sich nicht getäuscht hat. Welch ein Glück, dass einer der zuständigen Polizisten (Gary Merrill) scharf auf sie ist und sich deshalb nicht zu schade ist, ihre scheinbar wirren Anschuldigungen über die erlaubten polizeilichen Mittel hinweg zu verfolgen. Doch auch der Mörder hat so einige Schliche auf Lager, sie weiter zu diskreditieren.

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Das wäre an sich alles nicht schlecht, spielte man die psychologische Komponente der Geschichte weniger plakativ aus. Da muss es dann gleich die Nervenheilanstalt sein, in die Cheryl aufgrund ihrer fortgesetzten Anschuldigungen eingeliefert wird. Und auch die Personenverteilung ist zu einfach schwarz/weiß gehalten: Polizist Larry ist zu „gut“, zu geduldig, setzt zu viel aufs Spiel für diese ihm an sich Fremde. Der Bösewicht ist auch nicht einfach nur ein Mörder. Nein, er muss auch gleich ein Nazi sein und der Mord war Teil seines Weltherrschaftsplans (den er auf Deutsch im Goebbels-Staccato verkünden darf) sein!

Melodrama ist schon in Ordnung bei einem solchen Stoff. Doch man muss dem eigenen Stoff dann auch soweit trauen, dass er tragfähig sein wird. Der Mut fehlte anscheinend, und so schaufelte man immer weiter und weiter drauf. Unnötig und eher schädlich als hilfreich!

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