Im Namen des Teufels


Originaltitel:
The Devil's Agent
Jahr:
1962
Eingetragen:
28.01.2015
Bearbeitet:
09.01.2016
IMDB-Wertung:
6,8/10

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Nicht ganz zufälliger Zusammenstoß
Alles beginnt für Georg Droste (Peter van Eyck) mit einem scheinbar zufälligen Wiedersehen mit einem alten Schulfreund (Christopher Lee) am Wiener Hauptbahnhof. Beim bald folgenden Besuch in dessen Haus im sowjetischen Sektor wird er gebeten, ein Buch für einen Bekannten im Westsektor mitzunehmen. So ganz blöd ist Droste auch nicht, dass jener Empfänger sich bei Übergabe seltsam verhält, fällt ihm schon auf. Doch da ist es bereits zu spät: Der amerikanische Geheimdienst (Macdonald Carey) greift ihn auf, denn diese Bücher enthielten natürlich Geheiminformationen für den sowjetischen Geheimdienst.

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Alles andere als glamourös
Droste wird zwangsverpflichtet, fortan als Doppelagent zu agieren. Diese Tätigkeit führt ihn nach Ungarn, Hamburg und Berlin und in immer höhere Kreise. Als er einen hochrangigen Altnazi ausspionieren soll, sieht er die Chance gekommen, alle Seiten gleichzeitig hereinzulegen und so mit einem guten Finanzpolster den Ausstieg aus dem gefährlichen Geschäft zu schaffen. Doch, wie ihn sein Anwerber schon eingangs warnte: So einfach kommt man aus diesem Sumpf nicht mehr heraus.

Quasi als Antithese der actionreichen Agentenproduktionen im James-Bond-Stil ist die Geschichte des Normalos, der unabsichtlich in den Spionagesumpf gerät, und durch seinen Kampf dagegen immer nur noch tiefer versackt, sehr ernst inszeniert. Kann man anfangs eventuell noch Spuren einer Glorifizierung erahnen, werden diese von den deprimierenden und brutalen Realitäten weggewischt.

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Manche ändern sich nie
Wenn Action- oder Spannungsszenen eingesetzt werden, dann geschieht das sparsam und gezielt, wie bei den beiden Grenzübertritten. Gerade die Verknappung hilft der Spannung. Ebenso bemerkenswert ist die Charakterisierung des gesamten Geschäfts als schmutzig, unehrlich und allumfassend. Hier liegt es nicht an einer Seite oder bestimmten Personen; selbst scheinbare Verbündete und eigene Mitarbeiter versuchen sich gegenseitig auszutricksen oder sogar auszuschalten. Das Problem liegt also so tief im System, dass man wirklich niemandem mehr vertrauen kann. So ist das tragische Ende des trotz Allem sympatischem Protagonisten nur folgerichtig.

Zugeben muss man bei allem Lob jedoch, dass dies ein Stoff ist, der auf intellektueller Ebene, als Gedankenspiel auf dem Papier noch besser funktioniert, als in der dann doch nicht immer ganz so mitreißenden Umsetzung. Der Unterhaltungsfaktor ist gut, aber nicht hervorragend. Im Namen des Teufels ist ein Film, der nach dem Anschauen gewinnt, wenn man ihm dann noch gedanklich Zeit einräumt.

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