Frost/Nixon


Originaltitel:
Frost/Nixon
Jahr:
2008
Eingetragen:
13.02.2015
IMDB-Wertung:
7,7/10

Der übliche platte Oscar-Bait: persönliche Schicksale oberflächlich historischer Persönlichkeiten, die man sich halt so hindeutet, wie es einem gerade im Sinne der einfach gestrickten Dramaturgie passt. Das Kammerspiel um die Fernsehinterviews David Frosts (Michael Sheen) mit Ex-US-Präsident Richard Nixon (Frank Langella) zeigt vor allem eines: ein überkommenes Geschichtsbild, das sich nicht von „große Männer – große Entscheidungen“ losgelöst hat, Historie also nicht als Prozess sieht.

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Für das Interview…

So wird das „große Duell“ entsprechend hochstilisiert, als hätte es tatsächlich irgendeine welthistorische Bedeutung gehabt. Als Beleg dafür sollen wohl die Zuschauer- und sonstigen Vermarktungszahlen dienen – dass man sich dieses peinliche Schauspiel eventuell damals nur aus morbider Neugier und Schadenfreude anguckte, wird nicht als Möglichkeit betrachtet.

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…fließt eine Menge Geld

Und die menschliche Dramaturgie? Folgt simpelsten Schemen. Ausführlich wird Frosts Kampf gezeigt, die Produktion überhaupt auf die Beine zu stellen. Ein wenig Konflikt mit seinen politisch engagierteren und versierteren Zuarbeitern (Oliver Platt und Sam Rockwell). Wie er (angeblich) vom smarten Nixon überfahren wurde. Und dann der erfundene Wendepunkt dieses nächtlichen Anrufs, durch dessen offene Herausforderung Frost dann (angeblich) endlich die notwendige Ernsthaftigkeit einsah und sich (angeblich) richtig auf den Hosenboden setzte und (angeblich) richtig journalistisch arbeitete. Doch was ist das? Genau der selbe Quatsch: Geschichte, die an einzelnen Ereignissen festgemacht wird. So ist die Welt aber nicht. Da hilft es wenig, dass die Hauptdarsteller über jeden Zweifel erhaben sind.

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