Malizia – Ein maliziöses Vergnügen


Originaltitel:
Malizia
Jahr:
1973
Eingetragen:
19.02.2015
IMDB-Wertung:
6,4/10

Nach dem Tod seiner Frau heuert Ignazio (Turi Ferro) die junge Angela (Laura Antonelli) als Haushälterin an. Die schmeißt nicht nur zuverlässig den Haushalt, sondern geht auch liebevoll mit den drei Söhnen (Alessandro Momo, Massimiliano Filoni und ?) um. Was beim pubertierenden Nino zu einiger erotischer Verwirrung führt. Als sein Vater, ebenfalls von der attraktiven Angela begeistert, diese heiraten möchte, macht Nino seine Zustimmung von sich langsam steigernden sexuellen Gefälligkeiten abhängig.

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Zu direkt – kein Interesse

Das stellt sich dann sogar filmtechnisch recht geschmackvoll dar: In den entscheidenden Szenen nimmt die Kamera generell die voyeuristisch-männliche Perspektive Ninos ein, jedoch bricht dies trotzdem jeweils in dem Sinne, der die brutalen Machtspielchen, die dahinterstecken, entlarvt.

So gestaltet sich die Geschichte schließlich durchaus ambivalent, auch dadurch, dass Nino ein paar mehrdimensionale Charakterzüge zugestanden werden; etwa, dass er nicht etwa wahllos auf Sex aus ist. Eine Bekannte der Eltern sowie die Schwester (Tina Aumont) eines Freundes, die sich beide recht deutlich an ihn heranschmeißen, hält er bewusst auf Distanz. Für ihn ist das sexuelle Erwachen also von vornherein an Kräftemessen gekoppelt und ein Ausdruck seines noch von völliger Unkenntnis geprägten Frauenbilds.

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Widerstand! Verboten! Faszinierend!

Schade allerdings, dass der Film sich nicht auf diesen zentralen Konflikt beschränkt. Zu lange dauert das eher öde Vorgeplänkel, in dem auf beinahe französische Art die „Tristesse der bürgerlichen Gesellschaft“ aufs Korn genommen wird. Das ist jedoch bar jeden Interesses, da kaum pointiert jenseits der üblichen Clichés. Da hätte man sich stattdessen überlegen sollen, lieber auch den anderen beiden Brüdern wirkliche Rollen zu geben.

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