Modesty Blaise – Die tödliche Lady


Originaltitel:
Modesty Blaise
Jahr:
1966
Eingetragen:
23.05.2015
IMDB-Wertung:
5,1/10

Mitte bis Ende der 60er gab es diesen kurzlebigen Trend überdrehter Comicverfilmungen, die sich in ihrer Albernheit gegenseitig immer weiter zu überbieten versuchten. Manche, beispielsweise Barbarella oder Diabolik gelten heute mit einem gewissen Recht als Kitschklassiker. Modesty Blaise illustriert dagegen leider, wie sowas auch völlig in die Hose gehen kann.

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Denn diese müde und unentschlossene Gauner-/Agentenparodie bildet sich anscheinend ein, ein (zugegeben) gutes Aufgebot bekannter Darsteller (Dirk Bogarde, Terence Stamp, Harry Andrews und Clive Revill), begleitet durch eine gutaussehende Hauptdarstellerin (Monica Vitti), in angestrengt schiefen Bildern mit blödsinnigen Utensilien hantieren zu lassen, wäre genug, dass sich die Zuschauerschaft vor Lachen biegt. Bogarde bekommt also ein übergroßes Trinkglas in die Hand und eine winzige Sonnenbrille sowie eine weiße Perücke aufgesetzt. Revill verhält sich im (Karnevals-) Scheichkostüm möglichst „westlich“. Stamp darf den Obercoolen geben, dessen sämtliche Bewegungen absolut choreographiert wirken (was sie ja wohl auch sind, nur sollte man das nicht sehen). Und die Hauptdarstellerin bekommt – wie das große Vorbild Barbarella – in jeder Szene ein neues knappes Kleidchen und eine neue Perücke.

Dass die Handlung jeglichen Sinn vermissen lässt (worin Modestys „Ablenkung“ – immerhin der Aufhänger, warum sie überhaupt Teil der Geschichte ist – bestehen soll, bleibt unklar), ließe sich im Rahmen des Genres gerade noch verschmerzen. Dass sämtliche Charaktere völlig aufgesetzt sind und kein Interesse versprühen, die Dialoge ohne Ohr für die genretechnisch notwendige Dynamik dahinplätschern und überhaupt alles vollkommen erwartet vor sich geht, nicht. „Absurd“ funktioniert nur in Kombination mit dem Unerwarteten. Modesty Blaise anzuschauen, ist nicht unterhaltsam, sondern grenzt an Arbeit!

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