Heiße Katzen


Originaltitel:
Deadlier than the Male
Alternativtitel:
Tödliche Katzen
Jahr:
1967
Eingetragen:
23.05.2015
Bearbeitet:
05.07.2015
IMDB-Wertung:
6,4/10

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Die Anfangsszene definiert den Tonfall
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Nicht einmal in der eigenen Wohnung ist man ungestört!
Bulldog Drummond war im Filmgeschäft bereits seit den 20er Jahren ausführlich im Einsatz gewesen. In den 60ern wehte jedoch der Wind des moderneren James Bond – und flugs wurde auch Drummond wiederbelebt und bekam ein Facelift. Richard Johnson spielt den prototypischen Versicherungsagenten mit der starken Betonung auf der zweiten Worthälfte. Knackige Bikinischönheiten (Elke Sommer und Sylva Koscina) bringen industriell wichtige Entscheidungsträger kaltblütig um die Ecke – im Auftrag von konkurrierenden Firmen, denen sie im Wege stehen. Wobei natürlich hinter ihnen ein Mann stehen muss, denn… Frauen und geschäftsmäßige Planung? In den 60er Jahren? Ha, undenkbar!

Wer dieser mysteriöse Mister X ist, ist gar nicht mal so mysteriös: Mit Hilfe der bewährten Zuschauertaktik, dem relativen Bekanntheitsgrad der restlichen Darsteller (Nigel Green) zu folgen, hat man ihn schnell identifiziert. Was aber letztlich nichts macht, denn obwohl man der Handlung durchaus logisch zu folgen vermag, ist sie doch nicht so übermäßig wichtig.

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Wer das wohl ist?
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Unterhaltsam wird es natürlich durch den sich allgegenwärtigen, unbändigen Sexismus, der nicht nur ansprechend bildlich in Szene gesetzt wird, sondern auch für zahlreiche köstliche Szenen und insbesondere Dialoge verantwortlich ist. Ob es nun die Killerinnen sind, die dem Machohelden selbstverständlich trotz aufgesetzter arroganter Kälte genausowenig widerstehen können, wie die Gespielin (Virginia North) seines eigenen Neffen (Steve Carlson), oder das Finale auf der Jacht voller weiterer Bikinimädchen, von denen eines dann aus reinen Sicherheitsgründen erstmal ausgezogen werden muss. Was auch bereits darauf hindeuten soll, dass neben London auch mit mediterranen Kulissen angemessener Exotik agiert wird.

Trotz aller Albernheit – teilweise beabsichtigt, teilweise nicht – gelingen dem Autoren/Regisseur-Duo Sangster/Thomas jedoch auch ein paar Szenen ernsthaft gelungener Spannung. Das mit den explosiven Zigarren herumhantierende Pärchen gehört zur Hitchcock'schen Suspense-Schule und der große Endkampf mitten zwischen riesenhafter, mechanisch beweglicher Schachfiguren ist sicherlich des Gimmicks wegen aufgesetzt, verfehlt seine Wirkung aber trotzdem nicht. Ein großer Wurf ist Heiße Katzen ganz sicher nicht. Für unterhaltsame 100 Minuten ist er trotzdem gut.

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