Der Mann mit den 1000 Masken


Originaltitel:
Upperseven, l'uomo da uccidere
Jahr:
1966
Eingetragen:
28.05.2015
Bearbeitet:
07.08.2015
IMDB-Wertung:
5,4/10

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Für Action ist gesorgt
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Tausender als Zigarettenanzünder
„Supersieben“ (Paul Hubschmid) ist der Mann mit den 1000 Masken. Toll, dass er seine Dienste für das Gute einsetzt, d.h. in den Diensten des britischen (man hoffte wohl auf internationale Vermarktung) Geheimdiensts steht. Schade im Gegenzug, dass die Hälfte seiner Verkleidungen extremst plump aussehen und sofort als solche zu erkennen sind. Nämlich immer dann, wenn Hubschmid selbst in der Rolle bleibt, anstatt dass sie einfach von einem anderen Schauspieler übernommen wird.

Der deutsche-italienische Ausflug ins James-Bond-Genre gestaltet sich also stellenweise ungewollt skurril. Ansonsten gelingen die meisten Dinge jedoch ganz gut. Die Eingangsszene schafft den Spagat, den Oberschurken mit dem klangvollen Namen Kobras (Nando Gazzolo) davonkommen zu lassen ohne ernsthaft am Übermenschen-Image des Agenten zu kratzen. Diese Rivalität mit dem dunklen Spiegelbild trägt dann auch den Rest des Films.

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Meisterhafte Verkleidung!
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Demaskiert
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Finale
Bebildert wird dieses Duell an einer Menge internationaler Ortschaften, die recht gelungen mit ihrem jeweiligen lokalen Clichéflair eingefangen werden. In diesen Szenen posieren unter Anderem die unvermeidliche Karin Dor, Rosalba Neri und Vivi Bach. Von diesen dreien wird Dor, als CIA-Gegenpart zu Hubschmid, trotz weitgehender typischer Nutzlosigkeit und Inkompetenz (die Hubschmid dann väterlich/machohaft verständnisvoll abtun kann) immerhin eine Rolle gewisser Relevanz zugestanden. Neri wird vom Helden sehr abrubt und ziemlich kaltblütig „entsorgt“ – der Gipfel des Zynismus: Den Sex nimmt er noch mit, obwohl er bereits über sie Bescheid weiß. Bach versackt in der üblichen reinen 60er-Jahre-Schmuckrolle.

Am meisten zu bedauern ist im Rahmen des vorsichtig positiven Gesamteindrucks eigentlich, dass das zentrale Gimmick des Films gar nicht so richtig zum Tragen kommt. Nicht nur sind die Verkleidungen wie erwähnt teilweise peinlich schlecht; nein, obwohl immer wieder so großes Aufheben darum gemacht wird, angeblich wisse kaum jemand, wie „Supersieben“ wirklich aussähe, geht jener noch nicht einmal ansatzweise vorsichtig mit diesem angeblichen Geheimnis um. Dass die Bösen irgendwann herausfinden, wie er ungefähr ohne Maske aussieht, spielt nicht nur dramaturgisch keine Rolle, sondern es macht seine Situation auch keinen Deut gefährlicher.

Eventuell hätte diesbezüglich ein unbekannterer Hauptdarsteller dem Film sogar gut getan. Mit einem „Star“ wie Hubschmid konnte man es wohl nicht machen, dass er nicht oder kaum mit seinem eigentlichen Gesicht auf der Leinwand zu sehen gewesen wäre. Mit einem Unbekannten hätte man dies konsequent zum Thema machen können: „Supersieben“ permanent „undercover“ – selbst seinen Vorgesetzten gegenüber. Warum nicht?

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