Kung Fury


Originaltitel:
Kung Fury
Jahr:
2015
Eingetragen:
13.07.2015
IMDB-Wertung:
8/10

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Los geht's!
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Es hat nur für einen Kurzfilm (30 Minuten) gereicht. Oder immerhin, wenn man die komplett dezentrale Finanzierung und die anschließende kostenlose Veröffentlichung im Internet bedenkt. Und „Superstar“ David Hasselhoff, der den Titelsong röhrt, war sicher der Hauptkostenfaktor.

Wir befinden uns also im Bereich des 80er-Jahre-Kitsches. Polizist Kung Fury (David Sandberg, bemüht um eine möglichst rauchig/raspelnde Stimme) wurde bei einem traumatischen Einsatz vom Blitz getroffen, von radioaktiven Tieren gebissen und Einiges mehr, was ihn zum Kung-Fu-Superkämpfer machte. Mit den ihm nun eigenen Fähigkeiten hält er die Straßen Miamis sauber. Allerdings macht ihm Adolf Hitler (Jorma Taccone) den Rang als Kung-Fu-Meister streitig. So muss Kung Fury in der Zeit zurück nach Nazideutschland reisen, um den „Kung Führer“ auszuschalten, bevor er überhaupt zur Bedrohung wird.

Was sich nach der Eingangsszene, neben zwei kurzen und völlig willkürlichen Ausflügen in ein Barbaren/Dinosaurier-Zeitalter und in ein bescheuertes Anime-Jenseits, so darstellt, dass auf einem großen, leeren Platz einfach dutzendweise Nazis vermöbelt werden. Von Handlung kann man kaum sprechen.

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Jedes Cliché abgedeckt
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Overkill!
Wohl aber von Motivik, und bei der kannte man anscheinend keinerlei Schranken. Klar, es soll komisch sein, einfach wild alle möglichen trashigen Themen aufzugreifen, doch sollte es dann schon irgendwie eine Korrelation geben. Kung-Fu-, Barbaren- und trashige Zeitreisefilme (bevorzugt mit Nazis) waren in den 80er Jahren natürlich in. Dinosaurier… na ja, die Barbarenfilme waren natürlich voller Monster im ähnlichen Stil, aber die große Dino-Welle kam doch erst in den 90ern. Und Anime? Eher in dieses Jahrtausend einzuordnen.

Relativ liebevoll gestaltet sich auf den ersten Blick die technische Seite. Absichtlich werden diverse typische VHS-Abnutzungseffekte eingestreut. Dagegen nicht intentional ist wohl die schlampige Bluescreentechnik, mit der insbesondere die Anfangsszenen sichtbar erstellt wurden.

Es fällt natürlich schwer, ernsthaft Kritik zu äußern an etwas, in dem augenscheinlich schon viel Herzblut steckt. Doch wie man irgendwann mal dachte, hiermit wirklich die magischen 90 Minuten füllen zu können, ist kaum vorstellbar. Eine Trash-Hommage zu produzieren, entbindet ja nicht von der Verpflichtung, die Episoden zumindest irgendwie mit Leben (wenn schon nicht mit Sinn) zu füllen. Da hilft auch die angestrengt-coolste Stimme nichts.

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