Hulk Hogan – Der Hammer


Originaltitel:
No Holds Barred
Jahr:
1989
Eingetragen:
13.07.2015
IMDB-Wertung:
4,3/10

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So nicht!
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Schwer zu entscheiden, wer unsympathischer ist
Wenn ein Star in einem anderen Genre besonders populär ist, kann man das dann noch im Film ausschlachten? Früher hatte das ja beispielsweise mit gewissen Musikern ganz erfolgreich geklappt, jedoch seit den 70ern mit deutlicher Kurve nach unten. Bei Hulk Hogan war in den 80ern der Mediensprung immerhin nicht ganz so weit, denn immerhin war er ja bereits aus Fernsehshows bekannt, in denen er ja ebenfalls bereits eine Art Charakter spielte.

Hogan kann sich also quasi zu Hause fühlen, denn eine breitere Palette der Schauspielkunst wird ihm auch in Der Hammer nicht abverlangt. Er tritt als „Rip“ auf (identisch mit „Hulk“), großer Champion der WWF. Der Chef eines Konkurrenzsenders (Kurt Fuller) ist über die Quoten nicht begeistert und nachdem ein Abwerbeversuch per Blankoscheck scheitert (Rip hat Moral!) inszeniert der Fiesling eine Art Straßenkampfliga quasi als brutalere Konkurrenzveranstaltung zur gepflegten Prügelei, wie Rip sie praktiziert. Aus dieser geht Brutalo „Zeus“ (Tommy Lister) als Champion hervor. Nach diversen Herausforderungen und Provokationen in Richtung Rips kommt es schließlich zum vielerwarteten Treffen der Giganten.

Was also eigentlich der üblichen Storyline des Wrestlingzirkus entspricht: Ehrlicher Champion wird von abgrundtief böser, scheinbar unbesiegbarer Kampfmaschine bedroht und hinter den Kulissen werden von „Sesselfurzern“ fiese Intrigen gegen den aufrechten Helden gesponnen. Nur nicht über wöchentliche Fernsehshows ausgetreten und in einem großen Pay-Per-View-Spektakel zum Ende gebracht, sondern im kompakten Rahmen abgearbeitet.

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„Hulk“ mit der versammelten Zielgruppe
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Örks
Jetzt kann man über diese Standarddramaturgie denken, wie man will. Bedient werden prinzipiell archaische Werte und Verhaltensmuster – und das Niveau ist mit „Kaka in Hose“ (Wortwahl des Films und nicht etwa metaphorisch gemeint, bildlich veranschaulicht und verbal erläutert) umfassend wiedergegeben.

Doch selbst wenn man mal die Perspektive eines prinzipiell aufgeschlossenen Fans solcher Muskelspielchen einnimmt, bleibt Der Hammer geradezu lächerlich enttäuschend und das liegt dann nicht mal an der mangelnden Spannung, uninteressanten Charakteren oder fadem Humor, sondern ausgerechnet an der schwachen Kampfchoreographie. Wie hinlänglich aus Wrestlingshows bekannt haben große, schwere Kämpfer immer nur ein Gimmick: Sie sind groß, schwer, langsam, können scheinbar unendlich viel einstecken und erledigen im Gegenzug ihre Gegner mit einem einzigen vernichtenden Schlag. Hier haben es zwei solche Kämpfer miteinander zu tun, von denen einer noch nicht einmal kampferfahren ist – so dass trotz aller Versuche, dies mit Schnitttechnik zu kaschieren, praktisch niemals überhaupt ein richtiger Showkampf stattfindet. Stattdessen gibt es kurze Einstellungen von Haltegriffen, verkniffenen Gesichtern und hier und da mal den einen oder anderen verlorenen Faustschlag – und selbst das nur in den wenigen kurzen Kampfszenen, die überhaupt mal auftauchen.

Zugegeben, es ist wahrscheinlich tatsächlich unmöglich, einen wirklich guten Film übers „Catchen“ zu machen. Wenn man es denn versucht, sollte man aber vielleicht zumindest die vorhandene Fanbasis mitnehmen. Und Hogans Film-„Karriere“ war wahrscheinlich mit C-Actionware abseits des expliziten Wrestlingbezugs auch besser gedient.

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