Planet des Grauens


Originaltitel:
World without End
Jahr:
1956
Eingetragen:
28.07.2015
Bearbeitet:
28.11.2015
IMDB-Wertung:
5,9/10

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Bruchlandung!
Die erste bemannte Marsmission gerät in einen kosmischen Sturm und der Kontakt zur Erde bricht ab. Es kommt zur Bruchlandung auf einem Planeten, der sich nicht etwa als der Mars, sondern als die Erde herausstellt. Durch extreme Zeitdilatation die vier Astronauten (Nelson Leigh, Christopher Dark, Rod Taylor und Hugh Marlowe) fünfhundert Jahre in der Zukunft gelandet.

Durch einen Atomkrieg in den 2100er Jahren sind die Spuren menschlicher Zivilisation praktisch vollständig ausgelöscht worden. Die kläglichen Reste der Menschheit bestehen einerseits aus mutierten Wilden auf der Oberfläche, die bei Sichtkontakt sofort angreifen, und einer „zivilisierten“ unterirdischen Stadt. Die Bewohner letzterer nehmen die Reisenden freundlich auf.

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Monster!
Aufgrund der überlegenen Technologie der Unterirdischen halten die vier es für einfach, die Oberfläche „zurückzuerobern“, doch ihre diesbezüglichen Motivationsversuche stoßen auf taube Ohren. Man habe genug von Waffen und Krieg. Womit die abgrundtief köstliche Moral des Films beginnt: Jene pazifistische Einstellung – es gehe ihnen schließlich gut so wie es ist – wird als völlig indiskutabel charakterisiert.

Verkörpert wird dies durch die Figuren der Zukunftsmänner: schlaffe Greise ohne jegliche Ambition im Leben, als „gemütlich“ vor sich hin zu vegetieren. Das können die kernigen Gegenwartskerle natürlich nicht so hinnehmen und auf genau solche haben die paarungswilligen, knackigen Zukunftsfrauen natürlich die ganze Zeit gewartet! Wodurch es zu einem katalysischen Eifersuchtsdrama kommt, das schließlich das Schicksal der gesamten übrigen Menschheit entscheidet.

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Wilde!
Trotz fragwürdiger Ethik könnte sowas ja ganz interessant sein und schlecht unterhalten wird man auch durchaus nicht, jedoch scheitert man stellenweise am eigenen Anspruch. Das Budget reichte für dieses Drehbuch nicht aus. Von der unterirdischen Zukunftsstadt, die immerhin 2000 Menschen beherbergen soll, bezüglich derer von Generatoren und Plantagen die Rede ist, die mittels fortschrittlicher Technologie funktionieren, bekommt man gerade mal drei Wohnzimmer mit automatischen Türen zu sehen. Anstatt da zu investieren, hat man stattdessen am Anfang eine Gummi-Riesenspinne eingebaut, deren Angriff gleich eingangs einen ziemlich falschen Eindruck dessen, was noch kommen wird, vermittelt.

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Den anderen muss man die Waffen erst bauen!
Recht plump stellt sich auch die Rollenverteilung in der Zukunftsgesellschaft dar. Illustriert wird der angebliche Verfall, anders als beispielsweise in Zardoz, rein durch ein nicht erklärtes Altersgefälle: Die Männer sind bis auf eine einzige Ausnahme allesamt alt und dementsprechend tendenziell gebrechlich, während die jungen Frauen alle bestens im Saft stehen. Wo ist da denn bitte die Logik?

Das krude Weltbild, die vor Naivität strotzenden Dialoge und Szenen archaischer Männlichkeitsbeweise können mit ironischem Abstand trotzdem unterhalten. Nur muss man schon mit der richtigen Einstellung rangehen. Wofür der Riesenspinnenangriff wiederum vielleicht doch gar nicht mal so schlecht ist als Einstimmung…

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