Paco – Kampfmaschine des Todes


Originaltitel:
Vendetta dal futuro
Alternativtitel:
Hands of Steel, Atomic Cyborg
Jahr:
1986
Eingetragen:
09.10.2015
Bearbeitet:
21.10.2015
IMDB-Wertung:
5,4/10

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Mal wieder no future. Gegen die unbändige Umweltverschmutzung stemmt sich nur eine religiöse Umweltsekte, die von einem Hotel aus (!) agiert. Deren Anführer Wilson (Franco Fantasia) – oder auch Mosley, meine Notizen sind nicht eindeutig – loszuwerden, ist essentielles Interesse des Bösewichts Turner (John Saxon), seines Zeichens Kopf eines militärisch-industriellen Komplexes. Als solcher hat er Zugriff auf die Produkte unmoralischer Experimente. Zu diesen gehört Muskelmann Paco (Daniel Greene), ein zum Cyborg umoperierter Mann ohne Gedächtnis. Der infiltriert das Hotel (nicht so schwer, er nimmt einfach ein Zimmer) und erschlägt den Blinden.

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Oder auch nicht, das Opfer überlebt. Paco befindet sich wie geplant auf der Flucht, aber seine Bosse wissen bereits, dass etwas mit ihm nicht stimmt (?). Es zieht ihn in die Wüste Arizonas, wo er nach diversen Schritten zwecks Spurenverwischung in der Fernfahrerkneipe Lindas (Janet Agren) unterkommt. Hier vertreibt er sich mit höchst männlichen Aktivitäten wie Holzhacken und Armdrücken die Zeit, was zusammen mit seinem zwecks stoischem Gesichtsausdruck herausgestrecken Kinn bei seiner Gastgeberin natürlich die Hormone hüpfen lässt. Turner schickt ihm Killer hinterher und auch die Polizei ist natürlich nicht völlig blöd und spürt ihn auf – wobei der Möchtegernkiller mittlerweile zum Gutmenschen mutiert ist.

Es soll also wohl so sein, dass Paco auch nur das arme Opfer der bösen Militärindustrie ist. Das groß herausgestellte Gimmick mit seinem Metallarm (Mordwaffe und auch sehr praktisch beim Armdrücken): völlig ohne Konsequenz. Stattdessen wird einfach irgendwie versucht, die Zeit zu füllen, was nur mehr schlecht als recht funktioniert.

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Die Begegnungen erst mit Angeber Raul (George Eastman) und dann dem überregionalen Champion Blanco (Darwyn Swalve) beim Armdrücken setzen exakt überhaupt nichts in Gang. Auch wenn beide Charaktere, die gegensätzlich aufgebaut sind, später nochmal auftauchen, hätte man sie ebensogut ersatzlos streichen können. Dass Turner Paco immer wieder neue Killer an den Hals hetzt, da er die bisherigen selbst (!) um die Ecke bringt, ist ebenso sinnlos.

Pacos eigene Entwicklung beschränkt sich auf absolute Plattheiten wie die versuchte Rettung in Gefahr geratener Kinder (damit auch der letzte Depp versteht, dass er jetzt gut ist) und eben die Erkenntnis, dass er im Vergleich zu Typen von Rauls Schlage immerhin relativ gesehen leicht weniger verrückt rüberkommt. Seine anfangs kurz angerissene Identitätsfrage wird dagegen vergessen und taucht erst in der letzten Szene in Form einer rhethorischen Frage („Gab es jemals einen Paco Queruak?“) wieder auf. Für solche Erläuterungen war wohl zwischen den schwitzigen Männlichkeitsphantasien kein weiterer Platz.

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