NightCast


Originaltitel:
NightCast
Jahr:
2007
Eingetragen:
09.10.2015
Bearbeitet:
21.10.2015
IMDB-Wertung:
4,3/10

Ein fieser Bösewicht, offiziell „Geschäftsmann“, namens Wallace (Jörg Reichlin) hat „die Macht“ übernommen. In einer Stadt. Und er hat ein „Imperium“. Egal. Auf jeden Fall fungiert sein duchgeknallter Sohn Jack (Marco von Moos) als seine rechte Hand, Kommandeur der brutalen Söldnertruppen, die seine Interessen durchsetzen. Die offiziellen Polizeiorgane stehen hilflos daneben. Natürlich gibt es aber auch die übliche Widerstandsgruppe. Deren Anführer Harry Brighton (Fabian Ramseyer) tappt allerdings in eine Falle Jacks und kommt bei einer Explosion ums Leben. Scheinbar.

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Gähn…

Tatsächlich hat er schwer verbrannt überlebt und „das Militär“ (nicht identisch mit Wallaces Truppe oder der Polizei) schnappt sich seinen Körper für ein Supersoldatenexperiment. Sie pumpen ihn mit Hormonen voll, die ihn praktisch immun gegen Schmerzen machen und Superkräfte verleihen, und stecken ihn in ein albernes Gummikostüm (wohl damit Gegner sich schlapplachen und somit hilflos sind). Natürlich gelingt Harry die Flucht aus dem Labor. Nach einigen Frankenstein'schen Selbstmitleidsszenen kommt er bei einer Rebellengruppe im Abwasserkanal unter. Da er sein Gedächtnis verloren hat, nennen sie ihn „NightCast“ (naheliegend). Gejagt von Wallaces Schergen, dem Militär und seinem besten Freund (Rudolf Bissegger), der nebenbei auf seine Witwe (Michelle Bauert) scharf ist, befindet er sich auf der Suche nach seiner Identität. Wobei Jack, als er erfährt, womit er es zu tun hat, natürlich auch mal an dem Hormoncocktail nippen möchte.

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Gähn…

Dass die Spezialeffekte sichtbar aus dem Heim-PC stammen – geschenkt. Dass sämtliche unprofessionellen Darsteller offensichtlich unprofessionell in einem viel zu kleinen Raum nachsynchronisiert wurden (das hört man!) – in Ordnung. Dass man die Robocop-/Darkman-Geschichte schon hunderttausendmal gesehen hat und dem nicht mal die geringste originelle Wendung zugefügt wird – na ja. Dass der Plot nicht mal immanent Sinn ergibt (Wieso ist der Name Harry Brighton, der ja immerhin der Kopf des gesamten Widerstands gewesen sein soll, eben jenen Rebellen unbekannt?) – autsch, aber nicht tödlich. Dass alle Charaktere anglo-amerikanische Namen tragen und auch von „einer Stadt in den USA“ die Rede ist, aber Autos und Gebäude sichtbar schweizer Kennzeichen und Schilder, sowie die Computer deutsche Interfaces aufweisen – für sich verkraftbar.

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Fremdschämmodus

Richtig schlimm wird NightCast dadurch, dass es sich auch niveautechnisch genau dort einordnet. Stilistisch setzt man auf die im Dystopiegenre übliche Entfernung des Rotkanals aus den Bildern und macht irgendwie alles düster. Für die Dialoge erlaube ich mir, eine neue Kategorie zu definieren: Dümmlichst Anzunehmender Unfall! Dabei nimmt sich der Film selbst offensichtlich absolut ernst. Charaktere und Geschehen sind auf „cool“ getrimmt. Was dann in Szenen wie der Traumsequenz den Fremdschämfaktor noch erhöht.

Man kann den Beteiligten nur wünschen, dass das dermaßen stark angekündigte Sequel niemals Wirklichkeit wird. Ab einem gewissen Punkt ist es eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, Menschen vor sich selbst zu schützen!

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