Der dunkle Kristall


Originaltitel:
The Dark Crystal
Jahr:
1982
Eingetragen:
30.10.2015
IMDB-Wertung:
7,2/10

Eine gute Kritik muss sich entscheiden: Top oder Flop? Doch das ist manchmal gar nicht so einfach. Den dunklen Kristall müsste man eigentlich in letztere Kategorie schmeißen: Die selbst fürs Fantasygenre hauchdünne und unglaublich unoriginelle Handlung über einen jungen Mann, den letzten seiner Art, einen Durchschnittstypen zwischen weisen, mächtigen Kreaturen, der plötzlich zum Weltenretter werden soll, und so eine gefährliche Reise voller bizarrer Begegnungen antritt, ist maximal für ein kurzes Gähnen und müdes Abwinken gut. Wir befinden uns hier in einer Welt, in der die einzige Motivation der „Charaktere“ für ihre Handlungen darin besteht, dass es halt so vom Schicksal bestimmt sei.

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Wenn, ja wenn da nicht die stilistische Komponente wäre. Der dunkle Kristall ist komplett mit Puppen inszeniert und zwar viel detaillierteren als Jim Knopf und Konsorten. Das ist schon interessant anzuschauen und grenzt sich optisch sowohl vom klassischen Zeichentrick, als auch modernen Computerfilmen ab. Gerade zur Darstellung einer Fantasiewelt eignet sich diese Art unglaublich gut; sofort spürt man das Fremde und schaut interessiert genauer hin.

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Doch gleichzeitig zeigt sich auch eine große Beschränkung der Technik. Die Puppen sind per Definition nur eines Gesichtsausdrucks fähig. Die Öffnung des Mundes und der Augen können zwar kleine Abstufungen erreicht werden, aber generell schauen sie immer gleich. Das ist bei eindimensionalen Figuren (wie den meisten in dieser Geschichte) kein Problem. Das primitive Gut-Böse-Schema lässt es zu, dass die Geiern nachempfundenen Skekse permanent fies dreinschauen dürfen. Doch was ist mit dem Protagonisten Jen? Seine Pavianschnauze ist ebenso starr, obwohl er (theoretisch) zwischen diversen Gefühlslagen schwanken müsste. Davon sieht man jedoch leider nichts.

Also, Top oder Flop? Bei aller Bewunderung für das Erreichte, Anerkennung der prinzipiell soliden Dramaturgie und prinzipieller Sympathie für das Projekt überhaupt muss man doch ehrlich sein: Man müsste noch viel mehr reinstecken, bis das wirklich gut wäre.

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