Die Reise ins Labyrinth


Originaltitel:
Labyrinth
Jahr:
1986
Eingetragen:
30.10.2015
IMDB-Wertung:
7,4/10

Eigentlich ist es schade, dass Fantasystoffe per Vorurteil immer direkt in die Kinderecke gesteckt werden. Nun war Der dunkle Kristall sicher auch keine Ausgeburt absolut erwachsener Tiefgründigkeit und man mag über die Qualität jenes Filmes denken, was man will, doch war es immerhin der Versuch, eine grundlegend ernste Geschichte in diesem Genre zu erzählen. Was man vom Nachfolger, der Reise ins Labyrinth nun wirklich nicht behaupten kann.

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Jennifer Connelly soll als Stellvertreterin der Zuschauerschaft ihren kleinen Bruder Toby Froud aus den Klauen des fiesen Monsterkönigs David Bowie retten, der ihn in seiner Burg gefangenhält. Dazu muss sie ein riesiges Labyrinth durchqueren. Das sich als Ansammlung kleiner Rätsel und seltsamer Begegnungen entpuppt.

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Neben Bowies Gesangseinlagen, die den Film beinahe zum Musical machen, ist auch sonst der Tonfall durchgehend eher albern als spannend. Angeblich große Gefahren werden maximal verbal herbeibeschworen, jedoch nicht fühlbar gemacht. Die einigermaßen länger auftretenden Nebencharaktere sind bemüht komisch, was stellenweise zwar sogar ganz gut gelingt, aber keinen Film trägt. Noch weniger tut das die praktisch nicht vorhandene (oder zumindest nicht nachvollziehbare) Struktur des Labyrinths, dessen Durchquerung keinerlei sichtbaren Fortschritt (beispielsweise in Form verschiedener Bereiche) birgt; die Szenen wirken so unzusammenhängend zusammengeworfen, wenn sie auch für sich teilweise ganz originell sind. So richtig stark ist eigentlich nur die Abschlusssequenz; dadurch, dass Richtungen und Entfernungen nicht mehr den uns bekannten Gesetzen gehorchen, hat man endlich wirklich den Eindruck einer fremden, magischen Welt.

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All das ist ein bisschen schade, denn die Puppentechnik befindet sich hier auf ihrem absoluten Höhepunkt. Selbst der große Schwachpunkt des Kristalls, die wenig ausdrucksstarken Gesichter, ist vollkommen ausgeräumt. Eindrucksvoll, aber letztlich verschwendet.

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