Kiss of the Damned


Originaltitel:
Kiss of the Damned
Jahr:
2012
Eingetragen:
01.11.2015
IMDB-Wertung:
5,5/10

Paolo (Milo Ventimiglia) ist es egal, dass Djuna (Joséphine de La Baume) eine Vampirin ist. Seit er sie nachts in der Videothek gesehen hat, will er sie. Um mit ihr zusammen zu sein, opfert er sogar sein menschliches Leben. Neue Erfahrungen, alles ist spannend… doch dann nistet sich Djunas Schwester Mimi (Roxane Mesquida) mit im Haus ein und wirbelt die scheinbar heile Welt der kleinen Vampirgemeinschaft gehörig durcheinander. Anders als die scheinbar zivilisierten Exemplare, die sich ausschließlich von synthetischem oder Tierblut ernähren, such Mimi sich ihre menschlichen Opfer in Nachtclubs.

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Motivisch wird hier geschickt mit Genrekonventionen gespielt: Allseits bekannte Szenen wie das rituelle Übertreten der Schwelle eines Hauses nur nach Einladung des Besitzers werden aufgegriffen und logisch leicht abgewandelt – in diesem Fall invertiert. Zentrales Motiv des ersten Aktes ist dabei die kausale Verknüpfung sexueller Extase mit vampirischen Urinstinkten. Ebenfalls grundsätzlich im Genre etabliert, aber sehr explizit und damit pointiert wirkungsvoll dargestellt in einer Fesselszene, die an das [game]Katzenmenschen[/game]-Remake erinnert. Stilistisch (szenische Farbgebung, schräge Kameraeinstellungen, Musik im 70er-Jahre-Italo-Stil) orientiert man sich passend an europäischen Klassikern.

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Dann geht der Handlung jedoch etwas die Luft aus. Mit dem Auftauchen Mimis soll wohl der eigentliche Konflikt der Handlung heraufbeschworen werden, jedoch verliert sich der Film leider nun in teilweise unklaren Szenen, die jedoch explizit die zentralen Aussagepunkte berühren (sollten). Was passiert da bitte zwischen Paolo und Mimi in der Dusche? Sind da Drogen im Spiel, so katatonisch wie er unvermittelt auf einmal (nicht) handelt? Soll es darum gehen, dass Mimi als verdorbenes Element einen nach dem anderen korrumpiert? Oder ist es so gemeint, dass unter der hauchdünnen Oberfläche der scheinbar zivilisierten Gesellschaft überall gefährliche Urinsitinkte schlummern, die jederzeit wieder ausbrechen können? Ersteres scheint mit der Figur Xenias (Anna Mouglalis) zu geschehen und eventuell auch mit Paolo, aber wie passt dann Djunas abschließendes Geständnis ins Bild, das vielmehr letztere Interpretation stützt?

Qualitativ hochwertige Filme Wissen die Unsicherheit seitens des Zuschauers bewusst zur Intensivierung einzusetzen. In Kiss of the Damned wirken die unklaren Stellen jedoch stattdessen leider wie Unvermögen. Auch wenn dies nur wenige Szenen explizit betrifft, so sind es eben doch entscheidende. Schade, denn das handwerkliche Fundament war da.

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