Die Mädchen aus dem Weltraum


Originaltitel:
Star Maidens
Jahr:
1976
Eingetragen:
08.01.2016
IMDB-Wertung:
6,5/10

Was früher doch alles für Schätze im deutschen Fernsehen produziert wurden… wenn auch sicher nicht alles toll war, so konnte man ihm ganz sicher eines nicht vorwerfen: so ungemein glattgebügelt zu sein, wie der Kram, der heute so über den Äther gesendet wird. Obwohl auf gewisse Weise Die Mädchen aus dem Weltall dann doch wieder gesellschaftlich gefällig ist…

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So muss es auf Medora sein
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Auf zur Erde!

Plotaufhänger ist der Planet Medora, der sich der Erde nähert. Bei den dortigen Menschen hat sich ein Matriachat entwickelt: Männer können maximal „domestische Hausdiener“ werden. Ansonsten werden sie als Arbeitssklaven in Minen usw. verheizt. Ein Mann, dem ersteres Glück zu Teil wurde, ist Akam (Pierre Brice). Er hegt aufrührerische Gedanken und gemeinsam mit seinem Leidensgenossen Schemm (Gareth Thomas) gelingt ihm die Flucht in einer kleinen Kapsel Richtung Erde.

Die irdische Polizei, sowie eine Gruppe Raumwissenschaftler (Derek Farr, Christian Quadflieg und Lisa Harrow) haben Interesse an den „Aliens“. Aber auch ihre Besitzerinnen, Brisba (Judy Geeson) und Ossrawa (Christiane Krüger), beides hohe Tiere auf Medora, sind natürlich gar nicht begeistert und ihnen auf den Fersen. Ihr erster Plan: Sie entführen Richard und Liz aus letzterem Team nach Medora zwecks Geiselaustausch. Doch die interstellare Diplomatie gestaltet sich kompliziert.

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Irdische Emanzen zeigen Interesse an fortschrittlichen Waffen
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Kaffeeklatsch mit den anderen Hausfrauen

Soweit die Ausgangssituation. Nun folgen jeweils im Wechsel Folgen, die primär auf der Erde und auf Medora spielen, wobei das Thema der Geschlechterrollen und der gesellschaftlichen Machtverhältnisse natürlich das leitende Thema bleibt. Man sollte meinen, eine gute Gelegenheit, in alter Science-Fiction-Tradition die festgefahrenen Vorstellungen und Werte der eigenen Gesellschaft zu reflektieren.

Das passiert auch, allerdings relativ eindimensional. Statt kritisch unseren (damaligen) Zuständen den Spiegel vorzuhalten, werden erzkonservative Werte im Großen und Ganzen bestätigt. Denn selbstverständlich befinden sich die ignoranten Medorarinerinnen ideologisch auf dem Holzweg; ihre Probleme können immer wieder nur von dem entführten Team Liz/Richard gelöst werden (trotz fortschrittlicher Technologie usw.) – was aber nicht sein darf, denn… ein Mann! Dass es Liz auf der Erde als Wissenschaftlerin ebenfalls schwierig gehabt haben dürfte, ernst genommen zu werden, wird nicht einmal ansatzweise thematisiert.

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Keine matriachalische Gesellschaft ohne sexistische Uniformen
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Besonders blöd daran: Letztlich, final bestätigt durch die letzte Folge, macht sich die Serie die Vorurteile der negativ charakterisierten Matriarchen sogar zu eigen, indem den Geschlechtern angeblich „natürliche“ Attribute und Fertigkeiten angedichtet werden. Nur, so anscheinend die Rechtfertigung der Autoren, brauche man eben all diese Attribute, um sich gegenseitig zu ergänzen.

Trotzdem hat sich die eine oder andere unterhaltsame Folge eingeschlichen; beispielsweise, wenn Brisba und Akam gemeinsam ein Vorstadthaus auf der Erde beziehen – eine völlig vom Hauptplot isolierte Folge, die sich in die Gesamtaussage nur schwer einreihen lässt.

Dazu kommen generell absurde Kostüme und Kulissen, die auch sonst den Unterhaltungswert auf einem akzeptablen Niveau halten. Nur ernst zu nehmen sollte man tunlichst nichts versuchen.

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