Black Moon


Originaltitel:
Black Moon
Jahr:
1975
Eingetragen:
23.02.2016
IMDB-Wertung:
6,3/10

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Auf der Flucht vor einem Bürgerkrieg zwischen Männern und Frauen gerät Lily (Cathryn Harrison) auf einen Bauernhof, der vom Rest der Welt abgeschnitten scheint. Hier geschehen leben zwei Geschwister (Alexandra Stewart und Joe Dallesandro) und eine alte bettlägrige Frau (Therese Giehse), die sich wenig kommunikativ geben. Es geschehen allerlei seltsame Dinge: Ein riesiges Glas Milch füllt sich immer wieder auf, nackte Kinder treiben ein Schwein vor sich her, ein schwerfälliges Einhorn taucht immer mal wieder in der Ferne auf usw. Doch letztlich schwelt auch in diesem scheinbar geschützten Bereich der gleiche Konflikt und Lily muss ihre geschlechtlich gereifte Rolle, der sie sich noch am Anfang durch Verkleidung zu entfliehen suchte, schließlich annehmen.

Das alles wirkt sehr angestrengt und anstrengend. Die aufgesetzte, pseudoanspruchsvolle Symbolik soll den Film wohl im Bereich des Surrealismus verorten. Doch guter Surrealismus lebt von scheinbarer Zufälligkeit, die aber trotzdem einer immanenten Logik folgt. Black Moons Szenen erscheinen minutiös geplant statt sich assoziativ logisch zu erschließen.

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Da schaut die Protagonistin durch zwei nebeneinanderliegende Fenster und es ergeben sich zwei völlig verschiedene Ausblicke: Schießereien bzw. eine Idylle. Ist diese magische Welt also abgeschottet von den Geschehnissen „draußen“? Nein, nachher liegen die Leichen der Soldaten trotzdem herum und müssen verscharrt werden. Noch schwächer die sinnlose Doppelidentität der alten Frau als Einhorn.

Einziger Hoffnungsschimmer ist insofern die Entwicklung der Protagonistin, die sich langsam der unbekannten Situation adaptiert und letztlich ihre Rolle findet. Doch in der Gesamtbetrachtung schlägt auch dieses Motiv fehl, da sie niemals als Identifikationsfigur taugt; von Anfang an handelt sie nicht „normal“/naiv, sondern ebenfalls irrational. Also: Finger weg vor diesem Gähnepos!

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