Fitzcarraldo


Originaltitel:
Fitzcarraldo
Jahr:
1982
Eingetragen:
29.04.2016
IMDB-Wertung:
8,1/10

Klaus Kinski ausnahmsweise mal nicht als wütender Irrer? Nicht nur das – als Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo, sind nur sein Enthusiasmus und sein Einfallsreichtum ungezügelt, was seine Figur sogar ausnahmslos sympathisch macht.

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Wie schon in Werner Herzogs Aguirre steht die Fahrt einer an sich zum Scheitern verurteilten Gruppe Außenseiter einen südamerikanischen Fluss hinunter im Zentrum. Wieder schwebt die Gefahr des Unbekannten, der im Urwald lauernden, feindlich gesinnten Indios, über der Reise. Wieder soll Unmögliches erreicht werden – diesmal symbolisiert durch das Hieven eines kompletten Schiffes über einen Berg.

Zwei zentrale Aspekte unterscheiden sich jedoch, von denen der erste bereits genannt wurde: Die Hauptfigur und ihre Begleiter (Miguel Ángel Fuentes und Paul Hittscher) sind klassische Sympathieträger. Gerade Kinskis Rolle besticht diesbezüglich mit seiner kindlichen Begeisterung für scheinbar Nutzloses, trotz (oder gerade auch wegen) seiner expliziten Characterisierung als Versager. Dies sind also Figuren mit denen man mitfiebert.

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Zweitens gibt sich die Inszenierung hierzu konsistent. An Stelle des distanzierten Blickes eines unbeteiligten Beobachters setzt Herzog nun auch bei den Kameraeinstellungen, Schnitten, Farbgestaltung usw. auf Inklusion der Zuschauerschaft. Dies gilt insbesondere in den Szenen, in denen sich die letzten verbliebenen Abenteurer unter den Indios befinden, denen völlig ausgeliefert sind. Die Unsicherheit des instabilen Friedens, die Distanz und die Ungewissheit kann man geradezu spüren!

Dass dieser Identifikationsfigur, die einem im Laufe der Reise ans Herz wächst, sogar ein Happy End (wenn auch in unerwarteter Form) gewährt wird, bringt die Sache zu einem runden Abschluss – rundherum sehr gut gelungen!

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