Die Venusfalle


Originaltitel:
Die Venusfalle
Jahr:
1988
Eingetragen:
23.05.2016
IMDB-Wertung:
5,8/10

Guter Job, schicke Wohnung, repräsentable Verlobte – eigentlich ist alles gut in Max' (Horst-Günther Marx) Leben. Doch, so erzählen die soliden Bilder, ihn plage eine tiefe Unzufriedenheit. Er sei immer noch auf der Suche nach dem, was sein Leben wirklich ausfüllen könne. Was sich clichéhaft in seinen massenhaften One-Night-Stands ausdrückt. Doch auch dies sei natürlich bedeutungslos und verstärke nur die Leere. So trifft es ihn wie ein Blitz, als er sich eines Abends am Telefon verwählt und eine elektrisierende Stimme am anderen Ende der Leitung vernimmt. Und damit fängt die Irritation eigentlich an, denn eben jene Szene bekommen die Zuschauer niemals zu sehen.

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Solcherlei Konstruktionsfehler und alle abgenudelten symbolischen Clichés beiseite muss man der Venusfalle schon ein paar Qualitäten zu Gute halten. Erstens ist dies der Mut, größere Passagen immerhin mal weitgehend bildlich, unter Auslassung redundanter Dialoge, erzählt werden. Die Besetzung der beiden Frauenfiguren muss man aufgrund völliger Ausdruckslosigkeit beider (Sonja Kirchberger und Myriem Roussel) kritisieren, jedoch ist Typenauswahl der Geschichte förderlich: die „Sexbombe“ ist entgegen der Erwartungen die langweilige Verlobte, während der optisch eher langweilige Typ sich als die unwiderstehliche „Seelenverwandte“ herausstellt – gut, da somit die Intention des leeren Sex', der nur Symptom des Problems ist, unterstützt wird. Was andererseits Regisseur van Ackeren nicht davon abhält, Frau Kirchberger gleich mehrere Weichzeichnererotikszenen in die Kamera „spielen“ zu lassen.

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Womit also gesagt sein sollte: Man kann wohl einen gewissen erzählerischen Anspruch feststellen, wenn man denn danach sucht und Einiges wohlwollend interpretiert, aber bei der Ausgestaltung hapert es an allen Ecken und Enden. Paradebeispiel ist dafür das unglaubliche Ungleichgewicht der zentralen Szenen. Einerseits… siehe die große Anrufszene. Andererseits die Überstilisierung bis zum Fremdschämen, was bei den beiden Selbstmordszenen („Sprung ins Ungewisse“) vielleicht gerade noch durchgeht, bei dem Autounfall zum höhnischen Lachen anregt und spätestens im See geistig weg tut. Ein sinnvolles Maß zu finden, gelingt dieser Erzählung nie.

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