Die rechte und die linke Hand des Teufels


Originaltitel:
Lo chiamavano Trinità
Jahr:
1970
Eingetragen:
24.08.2016
IMDB-Wertung:
7,5/10

Mit dem neuen Jahrzehnt war es Zeit für etwas Neues – die Django-Formel war verbraucht. Sobald etwas von den Zuschauern nicht mehr ernst genommen wird, gibt es natürlich immer die Möglichkeit der Flucht nach vorne: Man macht sich selbstironisch selbst darüber lustig und gibt dem Publikum damit wieder, was es möchte. Womit der Stern des Duos Bud Spencer/Terence Hill aufging.

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Die Handlung dieses ihres ersten „Spaßwesterns“ ist nur von geringer Relevanz. Sie spielen ein ungleiches Brüderpaar, den müden Joe und den Kleinen, das zwar formell gesehen selbst öfters mit dem Gesetz in Konflikt kommt, eigentlich jedoch das Herz am rechten Fleck hat. So legen sie sich mit einem fiesen Großgrundbesitzer, der von allen nur der Major (Farley Granger) genannt wird, an. Jener will friedliebende Siedler von ihrem Land vertreiben, um dort sein Vieh weiden zu lassen. Da Mormonen ist deren Wehrfähigkeit beschränkt. Ein Glück, dass die beiden Helden dafür desto schlagkräftiger sind.

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Dass dieser Plot nur eine schwach ausgeprägte Dramaturgie besitzt, ist klar. Hauptschwäche diesbezüglich ist, dass es von Anfang an immer wieder zu Zusammenstößen mit den Männern des Majors und auch des zweiten Antagonisten, der Mexikanerbande, kommt. Von Anfang an werden diese Gegner als nicht ernstzunehmende Witzfiguren charakterisiert, die keinerlei Gefahr für den Kleinen und Joe darstellen. Somit fehlt eigentlich ein echter Konflikt – und wenn gegen Ende die Allianz der Bösewichte dann plötzlich doch als gefährlich aufgebauscht werden soll, weiß man gar nicht, warum eigentlich.

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Doch das ist eben auch nur Nebensache. Der Film lebt von den dynamischen Actionszenen, die die Hauptpersonen zu bestreiten haben. Mit ihrer Charakterisierung hat man dabei einen Glücksgriff getan: Als Gauner sind sie Underdogs, aber eben sympatische, da völlig harmlose (solange man selbst zu den Guten gehört). Der Kleine redet immer wieder davon, Überfälle, Diebstähle oder andere Gaunereien zu planen, aber es kommt dann doch niemals dazu. Und es gibt eben wie bei allen berühmten Komiker-Duos das Spannungsfeld zwischen den beiden: Spencer gibt den Verbissenen, ernsten, bärigen; Hill den quirligen, faulen Spaßmacher – der auf dem Papier auch noch Schürzenjäger ist, aber natürlich passiert auch diesbezüglich nichts. Genauso, wie die Prügeleien völlig ohne Blut auskommen und niemand jemals ernsthaft verletzt wird.

Eigentlich handelt es sich damit also bei dem Film um einen Cartoon mit echten Schauspielern und Kulissen. Einen wirklich sehr amüsanten!

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