Das Löwenmädchen


Originaltitel:
Løvekvinnen
Jahr:
2016
Eingetragen:
21.10.2016
IMDB-Wertung:
6,6/10

Anfang des 20. Jahrhunderts wird in der norwegischen Provinz ein Mädchen geboren, deren Körper komplett behaart ist. Eva (im Hauptteil des Films: Mathilde Thomine Storm) wird lange von ihrem Vater (Rolf Lassgård) von der Außenwelt abgeschirmt. Kleinere Ausflüge in ihrem Mikrokosmos gehen leider eher schief, da sich ihre Andersartigkeit einfach nicht übergehen lässt. Ein Teufelskreis, da ihr dadurch dann soziale Erfahrungen fehlen und sie deshalb wiederum noch mehr auffällt. Als im Nachbarort eine reisende „Freakshow“ zu Gast ist, sieht sie die Chance, immerhin unter Gleichgesinnten zu leben und schließt sich der bunten Truppe an.

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Der neue Elefantenmensch ist dies trotz ähnlich gelagertem Thema leider nicht. Vielmehr handelt es sich sogar um ziemlichen Kitsch. Das beginnt mit dem völlig verklärten Geschichtsbild (properes, sauberes Dörfchen; wohlmeinender Bahnhofsvorsteher; aufrechte Freundschaft; alle immer perfekt gekleidet – oder zusammengefasst: eine Modelleisenbahnwelt) und endet, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Evas völlig abstrusen Ausstieg aus dem Karnevalsmilieu und ihrem Aufstieg zur Mathematikerin.

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Wie wahrscheinlich ist es wohl, dass zu der Zeit eine Frau (!) von gerade mal 23 Jahren (!) und trotz äußerst lückenhaftem grundlegendem Bildungsweg (!), völlig unabhängig von ihrem Haarproblem, eine derartige wissenschaftliche Kapazität auf ihrem Gebiet wird, dass sie bahnbrechende Vorträge vor einem internationalen Fachpublikum an der renommiertesten Universität ihrer Zeit hätte halten können? Positive Signale zu Toleranz in allen Ehren, aber irgendwo sollte man doch einigermaßen auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

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