Santo und Blue Demon gegen Dracula und Werwolf


Originaltitel:
Santo y Blue Demon vs Drácula y el Hombre Lobo
Alternativtitel:
Santo und der blaue Dämon contra Dracula und Werwolf
Jahr:
1973
Eingetragen:
26.03.2017
IMDB-Wertung:
5,7/10

Bei Professor Cristaldi (Jorge Mondragón), dem Nachfahren eines Vampirjägers, gehen Drohungen gegen Leib und Leben seiner Familie ein. In folgerichtiger Konsequenz sucht er Hilfe beim Wrestler Santo, der wiederum seinen Verbündeten Blue Demon hinzuzieht.

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So weit, so klassisch

Doch die beiden Helden können nicht verhindern, dass Cristaldi von Handlanger Eric (Alfredo Wally Barrón) entführt und auf einem Altar der Finsternis geopfert wird. Dadurch erhalten Dracula (Aldo Monti) und der Werwolf (Agustín Martínez Solares) die Kraft, aus ihren Gräbern wiederaufzustehen.

Deren Rachedurst ist jedoch noch nicht gestillt. Unter seinem bürgerlichen Tarnnamen Rufus Rex macht sich der Wolfsmensch an Cristaldis Tochter Laura (María Eugenia San Martín) ran. Der perfide Plan: Sobald sie sich in ihn verliebt hat, wird ihre Opferung beim nächsten Vollmond besonders effektiv sein.

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Vielleicht mal… aktiv werden?

Santo und Blue Demon wissen von diesen Details allerdings noch nichts; so bleiben ihre Schutzversuche passiv – sie sitzen einfach in der guten Stube herum und harren der Dinge, die da geschehen. Spielen Schach (denn auch Wrestler sind selbstverständlich Intellektuelle). Und Santo nimmt immer mal wieder die Denkerpose ein. Oder durchstöbert die Bibliothek des verschwundenen Professors, jedoch völlig ziellos und stets ohne Ergebnis.

Was überhaupt symptomatisch ist: Obwohl es sich ja eigentlich nach heutigen Maßstäben um einen Superheldenfilm handelt (die beiden nehmen ihre Gesichtsmasken niemals ab, und alle tun so, als sei das völlig normal), ist die Action recht dünn gesät. Der Film beinhaltet diesbezüglich drei längliche Wrestlingmatches gegen die Fieslinge Angel Blanco und Renato, den Hippie (!) im normalen Ring vor abgedunkeltem Hintergrund, die aber nur Zeit füllen; es wird kein Bezug zur Handlung – beispielsweise durch eine Allianz der beiden bösen Wrestler mit Dracula – hergestellt. Dazu kommt eine Prügelei mit Gangstern, die sich aber als unbeteiligt herausstellen und eine am Ende.

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Jetzt wird's eng für Blue Demon

Auf der Horrorschiene wird ebenso viel verschenkt. Gleich nach ihrer Wiederauferstehung sieht man kurz, dass die Bösewichte Dutzende junge Leute gefangen haben und jetzt zu den ihrigen machen. Doch wo kommen all diese Menschen her? Wer hat sie in diese Höhle gebracht und wie? Und wieso vermisst sie niemand? Handlungsmotive werden überhaupt nicht verfolgt. Ewig viel Aufhebens wird um einen rituellen Dolch gemacht, der angeblich Macht über die Bösewichte hat. Spielt aber nachher keine Rolle.

Das absurde Fundament, zwei Ringer gegen klassische Horrorwesen antreten zu lassen, sorgt insgesamt schon für gute Unterhaltung. Doch es wäre auch noch viel mehr drin gewesen – wenn man zentrale Szenen einfach mal gezeigt hätte, anstatt nur darüber zu berichten, und die Helden nicht so verdammt ineffizient wären. Am Ende des Films sind die Hälfte der ihnen Schutzbefohlenen tot. Dem involvierten kleinen Mädchen empfehlen sie zu erzählen, es sei alles nur ein Alptraum gewesen – obwohl immerhin deren Großvater und Mutter plötzlich nicht mehr auf der Welt sind! So kann man sogar kaum von einem Happy End sprechen, obwohl es als solches inszeniert wird. Sehr, sehr seltsam.

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