Abwärts


Originaltitel:
Abwärts
Jahr:
1984
Eingetragen:
30.07.2017
IMDB-Wertung:
6,8/10

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Abwärts möchten die letzten vier Verbliebenen (Götz George, Renée Soutendijk, Wolfgang Kieling und und blutjunger Hannes Jaenicke) mit dem Aufzug des Bürogebäudes. Doch sie bleiben stecken und der Notruf bleibt ungehört. Angesichts des bevorstehenden Wochenendes ist das Aussitzen keine Option; sie müssen selbst einen Ausweg finden.

Eigentlich geht es in diesem zugespitzten Mikrokosmos aber natürlich um symbolisch ausgetragene Konflikte. Es befinden sich drei Generationen Männer an Bord. George als formelles Alphamännchen ist jedoch bereits, wie sich immer mehr zeigt, als die Fassade bröckelt, stark angekratzt in seiner herausgehobenen Stellung. Jaenicke gibt den obercoolen Youngster, der mit völliger Selbstverständlichkeit auf eben solche Autorität nichts gibt.

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Wir befinden uns sichtlich in den 80ern…
Der Hahnenkampf zwischen den Beiden bestimmt den Gutteil der Laufzeit. Einerseits ist man aufeinander angewiesen, um auf der Kabine und im Schacht herumzukrabbeln, ohne in die Tiefe zu stürzen, aber die Nerven liegen ebenfalls schnell dermaßen blank, dass man sich trotzdem manchmal einfach nicht mehr beherrschen kann.

Verständlich ist es schon, dass dieser Konflikt ins Zentrum gestellt wird. Jedoch ist es tatsächlich nicht gesteigert interessant; zumindest nicht stark genug, so viel Zeit zu tragen, da man die Dynamik viel zu schnell durchschaut und dem bereits anfänglichen Eindruck nichts mehr hinzugefügt wird.

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Sogar noch viel enttäuschender verhält es sich mit der Frauenrolle. Soutendijk bekommt keine relevante eigene Gefühlsregung oder auch nur eine einzige gute Dialogzeile. Stattdessen wird sie als reine Staffage verschwendet.

Der trotzdem einigermaßen positive Gesamteindruck liegt vielmehr an der Figur Kielings. Lange steht er nur stumm und scheinbar irrelevant im Hintergrund herum, bis er dann gegen Ende endlich seinen großen Moment hat. Die völlige Resignation des von der Gesellschaft Abgehängten und Zurückgelassenen, die er repräsentiert, ist eine menschliche Dimension, die man sich früher gewünscht hätte – wohl wissend, dass eventuell nicht genug dringesteckt hätte, dieses Motiv wirklich weiterzudenken.

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