Femme Fatale


Originaltitel:
Femme Fatale
Jahr:
2002
Eingetragen:
28.08.2017
Bearbeitet:
22.07.2018
IMDB-Wertung:
6,2/10

Es ist immer wieder ein Mysterium, dass Menschen zeitweise unglaublich kreative Schaffensperioden hinlegen, dann aber so gar nichts mehr hinbekommen. Brian De Palmas Karriere illustriert dies perfekt. Nachdem er in den 70er- und 80er-Jahren einen Volltreffer nach dem anderen abgeliefert hatte, ging es ziemlich steil bergab. In den 90ern hielt es sich teilweise nur noch mit offensichtlich zweitklassigen Auftragsarbeiten über Wasser. Allesamt handwerklich in Ordnung, aber eben ohne das gewisse Etwas, das seine Filme vorher besonders gemacht, aus der Masse abgehoben hatte.

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In diese Linie reiht sich Femme Fatale nahtlos ein. Klar, wie schon bei Spiel auf Zeit ist die Eingangssequenz, die einen Diamantendiebstahl beim Filmestival von Cannes zeigt, technisch hervorragend inszeniert. Doch ist dieser Stil bereits lange zum Selbstzitat ohne tieferen Sinn verkommen – etwas zu viel Mission Impossible. Und danach folgt eine Handlung, die man in ihren stärksten Momenten gerade mal einigermaßen unterhaltsam erachten und der man stellenweise überhaupt nicht folgen kann.

Es dreht sich um die Diamantendiebin Laure Ash (Rebecca Romijn), die ihre Komplizen bei dem Coup übers Ohr gehauen hat und nun auf der Flucht ist. Da kommt ihr die Gelegenheit, sich als junge Witwe Lily, anscheinend bis auf die Haarfarbe ihre Doppelgängerin, erkannt zu werden, gerade Recht. Als sie unter dieser neuen Identität nach Jahren in den USA mit ihrem neuen Mann (Peter Coyote) nach Frankreich zurückkehrt, holt sie ihre Vergangenheit ein. Insbesondere Fotograph Bardo (Antonio Banderas) ist ihr auf den Fersen. Doch nichts ist, wie es scheint.

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Aus dem Drehbuch hätte ein David Lynch eventuell etwas wirklich Sehenswertes machen können. Doch mit De Palma verkommt der Stoff zu dem, was er wahrscheinlich immer schon war: ein flaches Motivchaos ohne großen Sinn und Verstand, der sich hinter scheinbaren Wendungen versteckt. Dafür, wer da nun wirklich wen benutzt/missbraucht, seine Vorteile zieht, erpresst usw., schwindet auf der rein textuellen Ebene irgendwann das Interesse. Und das geradezu peinlich moralisierende Ende hätte einem ein Lynch ebenfalls garantiert nicht zugemutet. Doch wir sind hier ja bei De Palma… einem De Palma weit über seinem Zernit hinaus, der über (im Gesamtkontext) kurze Sequenzen hinaus einfach nicht mehr zu begeistern weiß.

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