Jäger der verschollenen Galaxie


Originaltitel:
Slave Girls from Beyond Infinity
Jahr:
1987
Eingetragen:
07.08.2010
Bearbeitet:
05.08.2012
IMDB-Wertung:
4,4/10

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So wenig Haut bekommt man selten zu sehen
Worum es in Jäger der verschollenen Galaxie geht, wird schon in der allerersten Einstellung klar kommuniziert: Eine knapp bekleidete Blondine, anscheinend auf der Flucht vor irgendetwas, schiebt ihre bemerkenswerte Oberweite praktisch direkt in die Kamera. Desto überraschender, dass sich dann doch noch eine (bekannte) Story entwickelt:

Zwei „Sklavinnen“ (Elizabeth Cayton und Cindy Beal) gelingt die Flucht, doch ihr kleines Vehikel bringt sie nur zu einem praktisch unerforschten Planeten. Die Notlandung gelingt und die beiden gelangen zum luxuriösen Anwesen eines gewissen Zed (Don Scribner). Dieser erweist sich vordergründig als gebildeter und kultivierter Gastgeber, auch gegenüber den bereits früher gestrandeten Geschwistern Shala (Brinke Stevens) und Rik (Carl Horner). Doch er veranstaltet mit Hilfe seiner Roboter auch Menschenjagden in den Dschungeln des Planeten – und sieht die Frauen als „Preise“ für den „erfolgreichen Jäger“.

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Das ist da schon typischer...
Es handelt sich also um ein Remake des Klassikers Graf Zaroff. Interessant, dass komplette Szenen praktisch 0,9:1 übernommen wurden. So beispielsweise (auf ganz originelle Weise) die Musikszene des Gastgebers, der Abschluss des Films sowie diverse Jagdszenen. Sogar der unbewusste, immer wiederkehrende Griff des Bösewichts an seine Gesichtsnarbe ist mit dabei.

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...oder auch dies
Nur wird hier eben nicht nur davon gesprochen, Frauen im Zusammenhang mit der Jagd gegen ihren Willen sexuell zu bedrängen, sondern das auch (mehr oder weniger) gezeigt. Wenn nackte oder beinahe nackte Frauen in Ketten sich auf Folterbänken oder an Wänden winden, und manchmal sogar noch der Bösewicht dazukommt und die Damen nicht nur begrapscht, dann ist das schon mehr als deutlich, dass das alles ziemlicher Selbstzweck ist.

Immerhin gehören jene Szenen noch „im weitesten Sinne“ irgendwie zur Handlung. Reiner Selbstzweck wird es dann, wenn sich eine der „Sklavinnen“ zum Baden in einen See begibt (wobei der Dialog zwischen den beiden Robotern, die sie begleiten, sogar ganz lustig ist), oder eine andere gutaussehende Dame mal eben einen Mann ins Bett zerrt, um sich selbst ein Alibi zu verschaffen. Und die Kamera in allen Fällen natürlich gnadenlos draufhält und „ranzoomt“.

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Auf der Jagd
So ist Jäger der verschollenen Galaxie schwierig einzuordnen. Der Zaroff-Plot ist hier gar nicht mal so schlecht umgesetzt. Die Menschenjagd selbst ist sogar durchaus gut gemacht, jene Szenen sind teilweise sogar logischer als im Vorbild (wenn man mal von der unspektakulären Episode in der „Phantomzone“ absieht). Auch ein paar Szenen im Schloss des Bösewichts entwickeln trotz fehlender Schauspielkunst durchaus eine akzeptable Athmosphäre. Entgegen aller Erwartungen findet sich praktisch keine unfreiwillige Komik im gesamten Filmverlauf – bemerkenswert!

Doch man kann eben auch nicht abstreiten, dass die andere Hälfte des Films daraus besteht, gutaussehende Frauen praktisch nackt und in eindeutig sexuellen Situationen auf voyeuristischste Art und Weise zu zeigen. Was sich allerdings alles im oberen FSK16-Bereich bewegt.

Was die „Massentauglichkeit“ klar ausschließt, wir bewegen uns hier deutlich im „Exploitation“ – Bereich. Was eigentlich schade ist, denn der Film ist streckenweise ganz amüsant. Nur kann man ihn der Allgemeinheit aus den genannten Gründen nicht mit gutem Gewissen empfehlen. Weniger moralpostolischen Menschen sei gute Unterhaltung jedoch zugesichert.

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