Indiana Jones und der letzte Kreuzzug


Originaltitel:
Indiana Jones and the Last Crusade
Jahr:
1989
Eingetragen:
31.12.2017
IMDB-Wertung:
8,2/10

Trotz kommerziellen Erfolgs war der Tempel des Todes in einigen Belangen kritisiert worden. Also dachte man sich wohl, den ersten Film praktisch nochmal neu zu machen, sei der richtige Weg, die Fangemeinde wieder zu befrieden. Wenn das nur so einfach wäre! Bzw. wenn sie es doch einfach getan hätten!

Klar, vordergründig schlägt sich „Indiana“ Jones (Harrison Ford), diesmal unterstützt von seinem gleichaltrigen Vater (Sean Connery), wieder mit Nazis herum. Man befindet sich wieder auf der Suche nach einem mythologischen Artefakt, das den Krieg entscheiden könnte. Man reist an verschiedene Schauplätze in der ganzen Welt. Beliebte und bekannte Nebenfiguren treten wieder auf. Da sollte man den blöden Werbeprolog für die bald startende Fernsehserie doch glatt verschmerzen können, oder?

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Das Gefühl könnte man beim Einstieg in den eigentlichen Plot durchaus bekommen. Wäre da nicht in der deutschen Synchonisation ein Fehlgriff mit der verräterischen Besetzung Christian Rodes geschehen, käme richtig Spannung auf. Die neue Mission wird eingeführt. Erste Untersuchungen in Venedig. Bis, ja bis die Vaterfigur auftritt.

Ab diesem Punkt hat man anscheinend wieder vergessen, was den ersten Film so gut gemacht hatte. Wären Marcus (Denholm Elliott) und Sallah ( John Rhys-Davies) echte Menschen, müssten sie einem Leid tun für die Brutalität, die ihnen von den Autoren angetan wird: Beide werden zu völligen Witzfiguren degradiert – während ersterer in den Einstiegsszenen sogar noch vollkommen kompetent rüberkam und letzterer im ersten Film die faktisch größte Stütze des Helden war. Und auf der anderen Seite? Der Obernazi (Michael Byrne) entspricht in etwa dem dummen August, stellt gefühlt keinerlei Bedrohung dar (Stichwort: „kein Fahrschein“).

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Immerhin funktionieren ein paar Actionszenen noch einigermaßen. Insofern und durch den ganz vielversprechenden Einstieg ist der letzte Kreuzzug nicht die Vollkatastrophe wie der Tempel des Todes. Trotzdem lässt er einen (je nach Erwartungshaltung) kalt und tendenziell verärgert zurück.

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