Die Unzertrennlichen


Originaltitel:
Dead Ringers
Jahr:
1988
Eingetragen:
27.01.2018
IMDB-Wertung:
7,3/10

Woran erkennt man, wenn sich jemand trotz Ruhm und Ehre selbst treu bleibt? Wenn er, wie David Cronenberg auf der Höhe seines Erfolgs, einen abgrundtief verstörenden und im besten Sinne ekelhaften Film wie Die Unzertrennlichen dreht.

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Jeremy Irons spielt darin die Zwillingsbrüder Beverly and Elliot, die gemeinsam eine erfolgreiche gynäkologische Klinik betreiben. Der smarte Elliot gefällt sich darin, Affären mit attraktiven oder verzweifelten Patientinnen einzugehen und diese dann zur besonderen Demütigung an seinen schüchternen Bruder „weiterzureichen“, ohne dass jene den Wechsel bemerken. Das ohnehin bereits brüchige Gefüge zerbricht, als Schauspielerin Claire (Geneviève Bujold) auf der Bildfläche erscheint, die psychisch ähnlich angeknackst ist. Schnell zieht sie Beverly mit in einen Sumpf aus emotionaler Abhängigkeit, Drogen und seltsam anmutenden Sexpraktiken.

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Die Ausgangssituation ist erstmal sogar recht konventionell: der kalte Charmeur, der Lob, Aufmerksamkeit und Preise einheimst, während seinem reservierten Bruder, der zwar das eigentliche Gehirn der beruflichen Partnerschaft ist, nur Neid bleibt. Doch was Die Unzertrennlichen auf eine höhere Ebene hebt sind nichteinmal die extrovertierten Auswüchse (selten ist Sex derart unappetitlich inszeniert worden), sondern die Erkenntnis, dass die emotionale, psychische und schließlich körperliche Abhängigkeit der Zwillinge voneinander beidseitig besteht.

Wo man sich also anfangs noch auf sicherem Boden wähnt, man mit dem scheinbar schwächlichen Beverly mitfühlt, aber sich am scheinbar starken Elliot festklammert, wird einem in diversen Wendungen eben jener immer wieder unter den Füßen weggezogen. Was die eigentlich bleibende Wirkung des Films ausmacht.

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