1984


Originaltitel:
Nineteen Eighty-Four
Jahr:
1984
Eingetragen:
27.01.2018
IMDB-Wertung:
7,1/10

In diesem Jahr musste diese Verfilmung natürlich produziert werden. Zumindest oberflächliche Kenntnis des britischen Nachkriegsromans konnte man natürlich voraussetzen, so dass der Film auch gleich zur Sache kommt, keine Zeit mit Exposition verschwendet. Entsprechend wenig nachvollziehbar ist intrinsisch die gezeigte Handlung. Textuell, trotz oberflächlicher Werktreue, könnte man 1984 glatt als Flop bezeichnen.

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Doch um den als bekannt vorausgesetzten Text an sich ging es wohl gar nicht. Beeindruckend, wie konsequent eine klare Erzählstruktur sogar vermieden wird. Stattdessen werden Kulissen ins flackernde Licht gerückt – als bestünde diese weder örtlich noch zeitlich verortbare Welt nur aus Bauschutt oder den Trümmern eines Krieges, durch die sich Bewohner wie Insassen eines Gefängnisses bewegen. Wird Drama durch die zwei zentralen Beziehungen der Geschichte, die zwischen Winston (John Hurt) und Julia (Suzanna Hamilton) sowie zwischen Winston und O'Brien (Richard Burton), erzeugt.

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Letztere Figur ist im Vergleich zur Vorlage ausgeweitet: Als Vaterfigur aufgebaut wiegt sein Betrug gegenüber dem sympathischen Protagonisten (der eigentlich gar kein Protagonist ist) desto schwerer. Wenn er Winston foltert, ist somit dessen physische Qual, wenn auch sehr drastisch dargestellt, gar nicht mal das Belastendste.

Man sagt, Werktreue sei Motivtreue. Insofern ist 1984 ein Volltreffer: Es erzählt stilistisch vollkommen unemotional, spricht damit aber trotzdem direkt das Emotionszentrum seines Zuschauers an. Der Text wird dabei eigentlich unwichtig. Der Subtext spricht für sich.

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