Dünkirchen


Originaltitel:
Dunkirk
Jahr:
1958
Eingetragen:
28.02.2018
Bearbeitet:
08.12.2018
IMDB-Wertung:
7/10

Deutsche Weltkriegspropaganda sind heute zurecht gebrandmarkt und dürfen nur noch als „Vorbehaltsfilme“ in speziellem Kontext gezeigt werden. Andersherum gilt das nicht. Und überhaupt wurde auch nach Ende des Krieges noch munter weiterproduziert. Schließlich hatte man ja in Großbritannien weiter unter den Kriegsfolgen zu leiden; Lebensmittelrationierung war alles andere als populär. So dachte man wohl, dass ein Durchhaltefilm gerade genau das Richtige sei.

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Von den Zuständen auf dem Kontinent…

Aufbauendes Material soll eine fiktionalisierte Version einer vordergründig großen militärischen Niederlage aus der Anfangszeit des Krieges dienen. Im belgischen Dünkirchen war (soweit die Historie) eine ganze britische Armee eingekesselt. Da die deutschen Angreifer nicht weiter zuschlugen, konnten diese Soldaten weitgehend – trotz unzureichender Transportkapazität – nach England evakuiert werden.

Da Filmdramen üblicherweise auf persönlicher Ebene arbeiten, folgt die Zuschauerschaft hier zwei Geschichten. In Belgien irrt ein Grüppchen versprengter britischer Soldaten (John Mills usw.), vom Rest ihrer Einheit getrennt, umher. Immer auf der Suche nach Unterschlupf und in ständiger Gefahr, vom gesichtslosen Feind gestellt zu werden. Im beschaulichen England dagegen spürt man noch nicht viel vom Krieg. Man selbst ist faktisch nicht betroffen, weshalb einige einflussreiche Mitbürger (repräsentiert durch Richard Attenborough) das Ende des britischen Engagements fordern. Ihnen entgegen stemmt sich Bernard Lee als Verleger einer Lokalzeitung.

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…ahnt man im beschaulichen Zuhause noch nichts.

Alles kommt am Strand Dünkirchens zusammen. Hier warten die Verbliebenen Soldaten aus, zum Abstransport muss die Regierung jedoch private Boote akquirieren – mitsamt ihrer Besitzer als Fahrer. So dass Lee einen „Heldentod“ sterben und Attenborough „überzeugt“ werden darf. Woraufhin dann noch die Abschlussszenen auf den Kasernenhöfen mit Texttafeln überblendet werden: Diese Niederlage sei die Geburt einer Nation gewesen usw. usf.

Gute Kriegsfilme zeichnen sich dadurch aus, dass die das Gezeigte auf irgendeine Weise hinterfragen oder untergraben. Solcherlei Absichten verfolgt Dunkirk nicht. Leiden findet nur auf einer Seite des Konfliktes statt und auch jenes ist anscheinend, so will uns der Film glauben machen, notwendiges Mittel zum Zweck. „Da müssen wir jetzt eben durch, zum Wohle der Allgemeinheit“, scheint uns der Film entgegenrufen zu wollen. Blut, Schweiß und Tränen usw. Militär- und Kriegspropaganda ist unverantwortlich. Egal, auf und von welcher Seite.

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