Pappa ante portas


Originaltitel:
Pappa ante portas
Jahr:
1991
Eingetragen:
28.02.2018
IMDB-Wertung:
8/10

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Ödipussi war schon zu seiner Entstehungszeit nicht unbedingt der modernste Film aller Zeiten gewesen. Kaum zu glauben ist jedoch dass Pappa ante portas seitdem sogar noch viel stärker gealtert ist. Wie kommt das? Trotz aller Wirtschaftwunder-Typen, die bereits den älteren Film bevölkerten, stand in seinem Kern immer noch ein zeitloser, rein menschlicher Konflikt. Pappa ante portas ist dagegen aus heutiger Sicht absolut schamlos, wie es völlig selbstverständlich eine Familienstruktur zelebriert, die bereits Anfang der 90er Jahre deutlich auf dem absteigenden Ast war und mittlerweile praktisch völlig ausgestorben ist.

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Der männliche Alleinverdiener (Loriot), der – gegen seinen Willen in Rente geschickt – sich plötzlich so nutzlos fühlt. Versucht, „seinen“ Haushalt zu organisieren, wie er es mit seinem Büro jahrzehntelang gemacht hat. Der um die Anerkennung seiner Frau (Evelyn Hamann) und seines sich bereits im Teenageralter befindlichen Sohnes (Gerrit Schmidt-Foß) kämpft, dabei allerdings alles immer nur noch schlimmer macht. Da er beide eigentlich gar nicht kennt, lange Jahre völlig an ihnen vorbei gelebt hat. Das Dilemma des deutschen Spießers. So, wie es ihn eigentlich gar nicht gibt. Wie er aber vielleicht immerhin vereinzelt noch Anfang der 90er Jahre gerade in Rente ging. Man braucht also zum rückblickenden Genuss Pappa ante portas' schon ein ausgeprägtes Bewusstsein für eine vergangene Zeit.

Dazu gesellen sich die üblichen Loriot'schen kleinen Sketche. Manche treffen ins Schwarze, wie die Dichterlesung, manche wirken leicht dümmlich, wie praktisch alles rund um die gelangweilten Nachbarsfrauen. Alles sehr gefällig und leicht zu verdauen, wie man es eben von einem Humoroldie in seinem Spätwerk erwartet.

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