Nightmare on Elm Street 4


Originaltitel:
A Nightmare on Elm Street 4 – The Dream Master
Jahr:
1988
Eingetragen:
27.04.2018
IMDB-Wertung:
5,7/10

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Unvermeidlicherweise ist Freddy Krueger (Robert Englund) wieder da. Da die Elm-Street-Kinder jedoch mittlerweile ausgestorben sind, ist er auf der Suche nach neuen Opfern. Kristen (Tuesday Knight), als letzte der originalen Gruppe, kommt ihm dabei sehr zu Gute. Das Mädchen hat eine besondere Verbindung zur Traumwelt, besitzt sogar die Gabe, andere Menschen in ihre Träume zu ziehen. So bringt sie all ihre Freunde in Gefahr, da sie sie dadurch mit Freddy in Kontakt bringt. Doch darunter ist auch Alice (Lisa Wilcox), die wiederum mit einer anderen übernatürlichen Fähigkeit ausgestattet ist: Jedesmal, wenn Freddy mordet, gehen die Kräfte des Opfers auf sie über. So sieht sich der Traumdämon schließlich einer Art Superheldin gegenüber.

Konsequent wird die Nightmare-Reihe auf Basis der Richtungsänderung des dritten Teils fortgeführt. Soll heißen, wir befinden uns tief im Fantasygenre. „Charakterisierungen“ der Teenager-Protagonisten bestehen praktisch nur noch aus ihren jeweiligen Gimmicks: ein Junge ist Kampfsportler, ein Mädchen ist ein „Technikgeek“, ein anderes versessen auf ihr Aussehen usw. Gerade so viel, um Angriffsfläche für Freddys teilweise absurde Aktionen zu liefern. Typische Teenagerprobleme kommen nur noch bei dem Geschwisterpaar Alice und Rick (Andras Jones) mit ihrem dauermürrischen, alleinerziehenden Vater periphär zur Sprache.

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Stattdessen wird nun endgültig die 180°-Wendung vollzogen und auf die klassische Bestrafungslogik des Slashergenres gesetzt: Teenager werden für ihre Wünsche und Träume bestraft und schon gerade, wenn diese nicht den Vorstellungen der Elterngeneration entsprechen. Freddy Krueger wird also zum Racheengel des Establishments umgedeutet.

Im Sinne ernsthaften, psychologischen Grauens hat der Film also nicht mehr viel zu bieten. Wie macht er sich dafür als Fantasystreifen? Englund geht in dem kalauernden „neuen“ Freddy definitiv überzeugend und amüsant auf. Unter den Morden sind effekttechnisch einige sehenswerte Szenen. Die permanente Beschallung mit kitschigen 80er-Jahre-Popsongs und das schamlose MTV-Product-Placement transportieren sogar mehr Zeitgeist, als es vielleicht mal intendiert war. Und trotz all dem bleibt die andere Seite der Handlung überraschend schwach. Der Fokus liegt bereits so stark auf dem Bösewicht, dass die Rolle der Alice ziemlich blass bleibt. Ihre im Laufe der Handlung von den anderen erworbenen Kräfte kommen dann sogar nur sehr kurz überhaupt zum Einsatz und dann auch wieder – wie bereits im Vorgängerfilm – völlig konsequenzlos. (Temporär) besiegt wird Freddy durch etwas völlig anderes. Tja, eine nachvollziehbare Handlung und ein konsequenter Spannungsbogen standen wohl nicht mehr im Zentrum des Drehs…

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