Nightmare on Elm Street 7 – Freddy's New Nightmare


Originaltitel:
Wes Craven's New Nightmare
Jahr:
1994
Eingetragen:
27.06.2018
Bearbeitet:
30.07.2018
IMDB-Wertung:
6,5/10

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Nachdem die Resteverwertung zwischenzeitlich abgelehnter Skriptideen in den letzten beiden Filmen endgültig in eine Sackgasse geführt hatte, hätte man durchaus Schluss machen können. Aber Wes Craven befand sich Anfang der 90er Jahre nach diversen Flops in einem üblen Karrieretief, so dass der rettende Hafen seines früheren Hits wohl verlockend klang. Doch einfach so wäre das ja zu einfach gewesen. Also begab er sich mit diesem Skript voll auf die Metaebene. Denn: Nightmare 7 handelt einfach von dem Dreh eines neuen Nightmare-Films. Oder zumindest übernatürlichen Geschehnissen während dessen Vorbereitung.

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Zum Jubiläum der Reihe ist mit dem bewährten Personal rund um Heather Langenkamp, Robert Englund und John Saxon ein neuer Film in der Mache. Gleichzeitig wird der Hollywood-Landstrich von ungewöhnlich häufigen Erdbeben sowie Heather von belästigenden Drohanrufen heimgesucht. Damit nicht genug: Ihr Sohn Dylan (Miko Hughes) hat seltsame Alpträume und epileptisch anmutende Anfälle. Und dann hat auch noch ihr Ehemann Chase (David Newsom) einen mysteriösen Autounfall. Heathers gesamter Freundeskreis (bestehend aus Robert Englund und John Saxon) gibt sich vorerst wenig hilfreich. Dann eröffnet ihr Wes Craven persönlich: Was sie erlebt, ist alles Teil des Skripts, das er gerade schreibt. Freddy Krueger sei tatsächlich die Verkörperung eines archetypischen Bösen, das immer wiederkehre. Da Heather es in der Rolle der Nancy bereits zweimal besiegt habe, sei es nun auf Rache aus.

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Der Grundgedanke, Horrorgeschichten aller Generationen – von Grimms Märchen bis hin zu „modernem“ Splatter – in eine lange Tradition zu stellen, ist gar nicht mal so verkehrt. Schließlich war ein leitender Aspekt solcher Erzählungen schon immer der kathartische, also die Verarbeitung zutiefst menschlicher Urängste. Doch dann müsste man ein solches Thema auch tatsächlich reflektieren und das geht mit gerade mal zwei rahmenden Szenen des Vorlesens und dem einmaligen kurzen Gimmick des Verfolgens einer ausgelegten Spur (Hänsel & Gretel) nicht. Ebenso hätte man interessante Aspekte des modernen Horrorfilms im Speziellen, also beispielsweise dem Starrummel um die Darsteller und die in der Öffentlichkeit stattfindende Identifikation mit ihren Rollen thematisieren können. Mit Robert Englund / Freddy Krueger hätte man da genau die richtige Person an der Hand gehabt. Doch daraus wird genausowenig ausgebaut.

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Stattdessen konzentriert man sich auf Heather Langenkamp, die ein schrecklich austauschbares Familienleben angedichtet bekommt und darüber hinaus in ihrer Mutterrolle nicht mal besonders gut wegkommt. Ihr Babysitter (Tracy Middendorf) bekommt die besseren Szenen, in denen man mehr Sorge um Heathers Filmsohn verspürt, ab. Apropos Filmsohn, mit Dylan (Miko Hughes) bekommen die beiden einen Kinderdarsteller übelster Sorte an die Seite gestellt. Da wünscht man sich dringlichst den blassen, aber immerhin erträglichen Jungen aus dem fünften Teil zurück!

Die meisten der Metarollen (Wes Craven selbst, Studioboss Robert Shaye) bleiben in ihren jeweils einzigen Szenen, in denen sie bevorzugt statisch sitzend ihren Text aufsagen blass. Verschmerzbar angesichts fehlender Schauspielausbildung und wahrscheinlich -talents. Bei Englund wirkt es so, als habe er sich seine Rolle praktisch selbst definieren dürfen und er kommt (wohl ungewollt) als selbstverliebter Gockel rüber. Der „überarbeitete“ Freddy, wenn er dann endlich auftaucht, passt mit seinem SS-Mantel perfekt in die oberflächlichen 90er Jahre und ist einfach nur lächerlich. Einzig John Saxon wahrt einigermaßen sein Gesicht und ist gleichzeitig für die brauchbarste Szene des Films verantwortlich: „Ich will jetzt wissen, was hier los ist, Nancy!“ Solche Momente hätte es viel mehr geben müssen.

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