Julias unheimliche Wiederkehr


Originaltitel:
Full Circle
Alternativtitel:
The Haunting of Julia
Jahr:
1977
Eingetragen:
27.07.2018
IMDB-Wertung:
6,4/10

Julias (Mia Farrow) Tochter Kate (Sophie Ward) erstickt trotz selbstangelegtem Luftröhrenschnitt am Früstückstisch. Nach diesem traumatisierenden Erlebnis verlässt sie ihren Mann Magnus (Keir Dullea), mit dem es schon vorher kriselte und dessen Passivität in der Krisensituation der Beziehung wohl den Rest gegeben hat. In Julias frisch angemieteter Villa in Kensington wird sie trotz der Bemühungen ihres Freundes Mark (Tom Conti) auch nicht so richtig glücklich. Immer öfter glaubt sie, drinnen wie draußen Kate zu sehen. Ihr zu Liebe organisiert Mark eine Seance, die allerdings mit einer Panikattacke des Medium endet und insofern Julias geistigen Zustand nur weiter verschlimmert. Doch es scheint gar nicht Kates Geist zu sein, der in Julias Haus (bzw. ihrem Kopf) herumspukt, sondern eventuell ein früher hier zu Tode gekommenes Kind.

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Irgendwo zwischen Wenn die Gondeln Trauer tragen und Rosemaries Baby bewegt sich dieser ungleich unbekanntere Film. Unbekannter, wohl auch weil niemals die emotionale Tragweite der Vorbilder erlangt wird.

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Soweit ist auf den ersten Blick alles recht klassisch und stimmig: Die Protagonistin ist durch ihr traumatisierendes Erlebnis psychologisch am Ende. Sie steht weiter unter Druck, da es ihr nicht gelingt, wieder eine vorwärtsgewandte Lebensperspektive zu erlangen. Magnus lässt nicht locker, allerdings wohl weniger ihretwegen, als um nicht den Zugang zu ihrem Geld zu verlieren. Durch den unschönen Zufall der Historie ihres neuen Hauses steigert sie sich weiter in tragische Themen um Qual und Tod hinein. Nur sind anders als in den ein paar Klassen höher spielenden Filmen all die scheinbar übernatürlichen Vorkommnisse, ob nun eingebildet oder real, nicht wirklich als sinnhafte Reflektion Julias eigenen Geisteszustands zu interpretieren. Stattdessen kommen sie einfach nur auf ihre eigenen Probleme oben drauf.

An Inszenierung oder Schauspielerei gibt es ansonsten nichts zu meckern. Suggestive, elegische Musik unterstützt die Atmosphäre treffend. DIe Schauplätze sind allesamt gut gewählt und mit passenden Kulissen ausgestattet. Kann man sich also gut angucken, wenn man die Erwartungen nicht an den zugegebenen ewigen Klassikern des Genres misst.

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