Nachts, wenn die Leichen schreien


Originaltitel:
The Devil's Rain
Alternativtitel:
Fluch der Dämonen
Jahr:
1975
Eingetragen:
27.07.2018
IMDB-Wertung:
5/10

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Eine Gruppe Satanisten unter der Leitung von Jonathan Corbis (Ernest Borgnine) hat sich in einem verlassenen Wüstenkaff eingenistet. Corbis möchte das Mitgliederverzeichnis seiner Truppe, der vor mehreren hundert Jahren verloren ging, zurück. Dieses Buch befindet sich jedoch in den Händen der Familie Preston, die es nicht rauszurücken gedenkt. So bringt Corbis Vater (George Sawaya) und Mutter Preston (Ida Lupino) in seine Gewalt, was Sohn Mark (William Shatner) zum Handeln veranlasst. Bewaffnet stellt er Corbis und seine Leute, fällt aber ebenfalls schließlich in deren Hände. Bleiben nur noch der vorher unerwähnte zweite Sohn Tom (Tom Skerritt) und dessen Frau Julie (Joan Prather), die Familie vorm wächsernen Schmelzen zu bewahren und nebenbei die Rückkehr in früheren Generationen auf dem Scheiterhaufen verbrannter Satanisten in frischen Körpern zu verhindern.

Gimmickfilme müssen nicht notwendigerweise etwas Schlechtes sein. So verspricht die Einbeziehung und prominente Nennung des „echten“ Satanisten Anton LaVey samt Konsorten erstmal ironisch-gute Unterhaltung. Ein Versprechen, das jedoch leider niemals eingelöst wird. Nach der Vorspannmontage mit Hieronymus-Bosch-Bildern geht es zwar nur noch abwärts – allerdings nicht in wirklich unfreiwillig komische, sondern primär öde Gefilde.

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Dabei versucht sich Regisseur Robert Fuest, dessen vormals vielversprechende Karriere hiermit unwiderbringlich beendet war, durchaus den einen oder anderen erzählerischen Kniff. Insbesondere wären diesbezüglich zwei Dinge zu nennen.

Erstens die Konfrontation Marks mit Corbis: Hier soll ein „Duell des Glaubens“ stattfinden; der diesbezüglich Stärkere werde sich durchsetzen. Von der Idee her gar nicht mal so übel, da passend zum Thema. Die Besetzung Shatners als „aufrechter Hinterwäldler“, der trotz unbändiger Selbstüberschätzung dem gewieften Borgnine kein Gegner ist, passt sogar. Dass Redneck Shatner dann bei erster Gelegenheit seine Schusswaffe zieht, ist ebenfalls das richtige Signal: „Ist das also dein Glauben?“, fragt Borgnine. Nur fehlt die Idee, den mentalen Konflikt bis hierhin überhaupt zu verbildlichen. Die Kontrahenten sitzen bzw. stehen nur herum und murmeln irgendwelche Gebete. Bis dann Shatner kreischend aus der Kirche rennt und Borgnine trotz sichtlicher Überlegenheit trotzdem seine Handlanger in Drohpose auflaufen lässt – was er in der Situation nicht nötig haben sollte.

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Zweitens ist es natürlich der Psycho-Trick, seinen angenommenen Protagonisten ebenfalls schnell zum Opfer werden zu lassen. Dass anschließend der forscherisch tätige Bruder übernimmt, d.h. ein Mann des Geistes, nachdem der Körperlichkeit nicht zum Erfolg geführt hat, ist wiederum dem Stoff vollkommen angemessen. Oder wäre es, wenn denn ein geistiger Konflikt nachher irgendeine Rolle spielen würde. Stattdessen stolpert Skerrit schlimmer als Shatner völlig ziellos von einer Szene in die nächste. Seine Frau ist natürlich nur als „Damsel in Distress“ (und Katalysator für eine expositorische Rückblende) zu gebrauchen. Und man versucht plötzlich so etwas wie Action.

Die Rollen der beiden Brüder sind also völlig vertauscht und gleichzeitig ist die Action, wenn sie dann kommt, reichlich unspektakulär. Logikbrüche und Handlungssprünge hin und her. Borgnine, der sich unvermittelt in eine Ziege und wieder zurück verwandelt – was soll's. Lachhafte Dialoge, gnadenloses Overacting. Alles nicht toll, aber solche Probleme verblassen gegenüber dem völlig versagenden Spannungsbogen, der irgendwo in nicht vorhandener Dramaturgie seinen Abschied nimmt.

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