Gegen jede Chance


Originaltitel:
Against All Odds
Jahr:
1984
Eingetragen:
27.10.2018
IMDB-Wertung:
5,9/10

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Terry Brogan (Jeff Bridges), alternder Footballspieler, braucht Geld. Da kommen ihm seine Kontakte in den illegalen Sportwettsumpf gelegen. Sein alter Bekannter Jack Wise (James Woods) bietet ihm eine stattliche Summe dafür, seine Ex-Geliebte Jessie (Rachel Ward) aufzuspüren. Diese habe sich mit von ihm gestohlenem Geld nach Mexiko abgesetzt. Ganz wohl ist Terry bei der Sache nicht, aber es bleibt ihm keine Wahl. Jessie ist schnell gefunden. Doch es kommt anders als geplant: Die beiden verlieben sich Hals über Kopf ineinander und befinden sich schnell gemeinsam auf der Flucht vor Jacks Häschern.

Soweit der Teil des Films, an den man sich üblicherweise erinnert: szenische Einstellungen des Sonnenuntergangs am Strand Mexikos, auf dem sich die gutaussehenden Hauptdarsteller räkeln und über die Unmöglichkeit ihres Glücks sinnieren. Beim tatsächlich Anschauen wird ein Großteil der knapp zwei Stunden allerdings anderweitig verbracht.

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Erst muss man eine längliche, letztlich unnötige und zu allem Überfluss sehr American-Football-zentrische Exposition über sich ergehen lassen. Und nach dem Tod eines anderen Charakters kehren Terry und Jessie dann urplötzlich (unabhängig voneinander) zurück nach Los Angeles. Wo der Film dann in dunklen Kaschemmen spielt und sich schwer nachvollziehbar irgendwie um Wettbetrug, Korruption usw. dreht.

Der Fokus der Geschichte rückt also ziemlich weg von der ursprünglichen Dreiecksgeschichte. Was man gleichzeitig loben und verfluchen kann. Letzteres, weil der Spannungsbogen damit fasert. Genau dieser zwischenmenschliche Konflikt war es gewesen, der das Vorbild Goldenes Gift so gut gemacht hatte. Ersteres andererseits, weil jener Konflikt in diesem Remake ohnehin nicht so richtig funktioniert.

Was leider ganz stark der schlecht geschriebenen und auch gespielten Frauenfigur anzulasten ist. Eventuell zeitgeistig ist Jessie nämlich eine sehr schwache Figur. Aus der vom schweren Schicksal verfolgten Opferrolle kommt sie praktisch niemals heraus und versucht es auch noch nicht einmal. Wobei sich das „schwere Schicksal“ anscheinend darauf beschränkt, materiell höchst priviligiert aufgewachsen zu sein, und dass sie die Ausbruchsversuche aus dem goldenen Käfig in die Arme eines Gangsters getrieben haben. Und Jessie hadert damit, dass niemand sie „normal liebe“, sondern alle Männer immer gleich vollkommen von ihr besessen seien. Was angesichts der dünnen Persönlichkeit, die man vorgeführt bekommt, keinesfalls nachzuvollziehen ist.

Schade, denn man hat schon das Gefühl, dass da einige fähige Beteiligte – von Darstellern bis hin zu Ausstattern – verschwendet wurden.

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