Der Mann aus Metall


Originaltitel:
Who?
Jahr:
1973
Eingetragen:
13.08.2010
Bearbeitet:
27.08.2011
IMDB-Wertung:
5,8/10

Das Problem mit diesem Film ist, dass wenn man auch nur ein Bild daraus zeigt, einem niemand mehr glaubt, dass es sich um einen ernstgemeinten Film handelt. Deshalb die (wahrscheinlich sinnlose) Versicherung gleich am Anfang: Der Mann aus Metall ist ein ernstgemeinter Spionagethriller.

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Was macht das so schwierig zu vermitteln? Es geht um einen („westlichen“) Wissenschaftler namens Martino (Joseph Bova), der an einem geheimen Forschungsprojekt arbeitete, hat an der Grenze zur DDR einen Autounfall. Dadurch gerät er in die Hände des sowjetischen Geheimdiensts. Sein Leben kann zwar gerettet werden, aber die Ärzte mussten die Hälfte seines Körpers praktisch neu „bauen“ – und das taten sie aus Zeitgründen mittels einer Metalllegierung.

Ein Mann mit Metallkopf und -arm kehrt nun in die USA zurück. Der FBI-Agent Rogers (Elliott Gould) nimmt ihn genauestens unter die Lupe – ist es wirklich Martino oder ein russischer Agent? Und selbst wenn es Martino ist, kann man ihm noch vertrauen oder wurde er einer Gehirnwäsche unterzogen und arbeitet nun für die Gegenseite? Auch von Seiten des Projekts gibt es Druck, denn eigentlich brauchen sie Martinos Fähigkeiten wieder...

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Den „Schock“ über das sehr bizarre Aussehen des „Metallmanns“ muss man erstmal überwinden. Dann sieht man jedoch einige ernsthafte Qualitäten aufblitzen. So beispielsweise die parallelen Szenen, die die Verhöre durch die beiden Geheimdienste zeigen. Dabei wird dem Zuschauer immer genau so viel über die vergangenen Geschehnisse hinter dem „eisernen Vorhang“ gezeigt, wie gerade nötig ist, um die Geschichte weiterzubringen, aber nicht mehr, als dass zu viel verraten würde.

Nun muss man allerdings trotzdem zugeben, dass Der Mann aus Metall trotzdem nicht der spannenste Film aller Zeiten ist. Im Sinne eines Krimis funktioniert es nicht (und ist wohl auch nicht so gedacht), da einem vor den Schlussszenen keine verwertbaren Hinweise auf die tatsächliche Identität der Hauptperson gegeben werden. Worum es eigentlich geht ist der menschliche/psychologische Druck, der auf diesem Charakter von allen Seiten ausgeübt wird. Da der Zuschauer die „Originalperson“ jedoch nicht kennengelernt hat und auch durch die Rückblenden nicht ausreichen kennenlernt (oder zumindest nicht sympathisch genug findet), als dass einem das wirklich nahegehen würde. So bleibt der Film emotional hinter seinen Erwartungen zurück, auch wenn er ganz interessant ist.

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