The Cloverfield Paradox


Originaltitel:
The Cloverfield Paradox
Jahr:
2018
Eingetragen:
30.04.2019
IMDB-Wertung:
5,6/10

Eine Gruppe Wissenschaftler aus repräsentativen Staaten der Welt (lies: die Hauptmärkte) versuchen auf einer Raumstation eine neuartige Energiequelle zu aktivieren, bevor unten alles in einem großen Krieg um die letzten Ressourcen versinkt. Nicht nur die Weltuntergangsprediger, die vor einer Monsterinvasion im Rahmen der Experimente warnen (???), drücken auf die Stimmung. Diverse Versuche sind bereits fehlgeschlagen und man traut sich untereinander nicht. Endlich scheint alles glatt zu laufen und tatsächlich geschehen merkwürdige, verstörende und erschreckende Dinge.

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Was sich leider recht willkürlich gestaltet. Mit dem Auftauchen einer Ingenieurin (Elizabeth Debicki), körperlich verwoben mit Versorgungsschläuchen der Raumstation, scheint der Film zumindest erstmal atmosphärisch direkt eine Goldader anzuzapfen. Die Frau behauptet, zur Besatzung zu gehören, kennt auch alle ansonsten Anwesenden; im Gegenzug ist sie jedoch allen unbekannt. Doch dann folgen Albernheiten wie der abgetrennte Arm des Bordmechanikers (Chris O'Dowd), der Hinweise per bekritzeltem Zettel gibt. Und irgendwann geht einem auf, dass ob für sich gut oder schlecht, die kleinen Vignetten in keinerlei ernstzunehmendem Zusammenhang stehen.

Gleiches gilt für den B-Plot auf der Erde, wo ebenfalls schlimme Dinge geschehen. Diese Szenen fügen der Gesamthandlung nichts hinzu. Im Gegenteil: Sie schwächen durch den Aufbruch von Handlungszeit und -ort den ohnehin schwächelnden roten Faden noch.

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Denn eigentlich ist doch alles als alienhaftes Kammerspiel ausgelegt. Die klaustrophobische Raumstation als in sich geschlossener Mikrokosmos, in dem sich der irdische Konflikt symbolisch entlädt. Doch nichts dergleichen. Die Besatzung besteht ohnehin nur aus dümmlichen, stereotypen Abziehbildern: der US-amerikanische Kommandant (David Oyelowo) ist nur dazu da, Leute bei Bedarf in den Schwitzkasten zu nehmen, gegen Türen zu schlagen und ansonsten inhaltsleere Platitüden von sich zu geben; der deutsche Physiker (Daniel Brühl) ist emotionsloser Eisschrank, der per Definition schonmal unter dem Verdacht des Hintertreibens der gemeinsamen Mission steht; dass die chinesische Wissenschaftlerin (Ziyi Zhang) sich anders als alle anderen ausschließlich untertitelt in ihrer Muttersprache äußert, halten die Macher wahrscheinlich für eine politische Allegorie auf chinesisch-staatliches Selbstverständnis unserer Tage; und mit O'Dowds Rolle hat man ohnehin völlig ins Klo gegriffen – einen Comic Relief hätte es wirklich nicht gebraucht. Einzig ein Besatzungsmitglied (Gugu Mbatha-Raw) bekommt später überhaupt ein wenig Hintergrund. Zu schade, dass es sich auch dabei nur um platte Clichés handelt.

Alles in Allem bleibt trotz ein weniger starker Bilder leider der Eindruck, um eben jene Grundmotive herum hat man versucht, irgendwie einen vollständigen Film zu stricken. Doch so funktioniert das nicht. Es braucht mehr als ein paar kleine Momente im luftleeren Raum.

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