What Happened to Monday?


Originaltitel:
What Happened to Monday?
Jahr:
2017
Eingetragen:
30.04.2019
IMDB-Wertung:
6,9/10

Aufgrund akuter Überbevölkerung entschließt man sich in Europa zu einer strikten Ein-Kind-Politik. Bereits vorhandene Kinder oder unregulär Neugeborene werden deshalb in einen Cryoschlaf versetzt, in der Hoffnung, irgendwann eine Lösung zu effizienterer Nahrungsmittelproduktion zu finden und diesen Menschen dann ein gutes Leben ermöglichen zu können. In einer illegalen Hinterhofklinik werden Siebenlinge geboren. Sie werden unregistriert von ihrem Großvater (Willem Dafoe) aufgezogen und mit Eintritt der Schulpflicht als eine Person ausgegeben. Jedes der Mädchen (Clara Read) darf an einem Tag der Woche die Rolle spielen, also die Wohnung verlassen. Entsprechend nennen sie sich untereinander Montag bis Sonntag. Nun als Erwachsene (Noomi Rapace) setzen sie dieses Versteckspiel der gemeinsamen Identität fort. Jeden Abend teilen sie ihre Erlebnisse und Interaktionen in der Außenwelt miteinander. Doch eines Abends kommt Monday nicht nach Hause. Ist sie dem Child Allocation Bureau in die Fänge gegangen? Müssen auch die anderen sechs Festnahme und Deportierung fürchten? Welche Rolle spielt Schleimbolzen Jerry (Pål Sverre Hagen), Konkurrent um eine Beförderung bei der Bank? Und wieso gibt sich dieser Mitarbeiter des CAB (Marwan Kenzari) so vertraut, wenn die übrigen sechs noch nie von ihm gehört haben?

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Alles Fragen, die man in einer Dekonstruktion der klassischen Protagonistenfigur, wie beispielsweise aus Ein Kuss vor dem Tode bekannt, hätte untersuchen können. Stattdessen ist What happened to Monday ein Actionthriller, der mit steigender Laufzeit in immer albernere Verschwörungsrichtungen abdriftet, die die relevanten Grundthemen eher verwässern, als ihnen irgendetwas Relevantes hinzuzufügen. Die Action an sich ist immerhin gut inszeniert. Prügeleien werden nicht überchoreographiert, sondern wirken so, wie echte Menschen ohne Kampfsportausbildung sich tatsächlich zur Wehr setzen bzw. andere zu überwältigen versuchen würden. Ein ganz großer Pluspunkt in heutigen Zeiten.

Die holzschnitthaften Charaktere lassen jedoch kein gesteigertes Interesse an dem Schicksal der Schwestern aufkommen. Die Charakterisierungen der sieben beschränkt sich auf Clichés wie die Sportlerin, der Nerd usw., illustriert entsprechend durch verschwitztes Unterhemd oder weiten Baumwollpullover und Hornbrille. Die Frage, inwieweit Persönlichkeit genetisch vorbestimmt oder erst geprägt wird, hätte man hier gepflegt diskutieren können. Doch die starken Unterschiede zwischen den Zwillingen sind einfach da. Obwohl sie gemeinsam aufgewachsen sind. Was macht die weitgehende Isolation mit diesen Menschen? Was die Schizophrenie der eigenen Lebenssituation und der damit einhergehende Mangel wirklich eigener Identität? Nichts davon beantwortet What happened to Monday. Er versucht es nicht einmal. Somit kann man ihm kein Versagen vorwerfen. Höchstens zu niedrig gesteckten Selbstanspruch.

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