Mitternachtsspitzen

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Originaltitel:
Midnight Lace
Jahr:
1960
Eingetragen:
15.08.2010
Bearbeitet:
13.05.2012
IMDB-Wertung:
6,9/10

Die US-Amerikanerin Kit Preston (Doris Day) ist auf dem Weg durch den Londoner Nebel nach Hause, als eine seltsam hohe Männerstimme mit indisch angehauchtem Akzent ihr droht, sie bald umbringen zu wollen. Der Mann selbst ist jedoch aufgrund des dichten Nebels nicht zu sehen. Damit jedoch nicht genug: Der gleiche Mann ruft von nun an regelmäßig an und wiederholt seine Drohungen.

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In dem Moment, in dem Tony den Hörer abhebt, ist natürlich nicht „die Stimme“ dran

Die Bemühungen von Kits vielbeschäftigtem Ehemann Tony (Rex Harrison), Kits Tante Bea (Myrna Loy) und der Nachbarin Peggy (Natasha Parry), Kit zu beruhigen, zu beschützen oder auch einfach auf andere Gedanken zu bringen, helfen nicht viel. Und von Verdächtigen wimmelt es geradezu! Da ist der Bauingenieur Younger (John Gavin), der anscheinend ein traumatisches Erlebnis im Krieg noch nicht verwunden hat, Malcolm (Roddy McDowall), der Sohn der Haushälterin der Prestons, der ständig in Geldnot ist und nicht zuletzt ein mysteriöser Unbekannter (Anthony Dawson), der permanent in der Nähe des Preston'schen Hauses rumzulungern und zu beobachten scheint.

Die Polizei (John Williams) ist dagegen erstmal der Ansicht, Kit würde sich all dies nur einbilden oder ausdenken, um mehr Aufmerksamkeit von ihrem Mann, der selbst die Abende bevorzugt in der Firma verbringt, zu bekommen. Und tatsächlich hat auch noch niemand außer Kit selbst diese mysteriöse Stimme jemals zu hören bekommen...

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Wenn das mal nicht der Täter ist!

Mitternachtsspitzen ist ein Thriller voller falscher Fährten und einem Ende, das noch nicht mal immanent Sinn ergibt (der Bösewicht führt seinen Plan aus unbekannten Gründen nicht zu Ende aus, sondern „erklärt“ stattdessen dem Zuschauer, was er eigentlich die ganze Zeit getan hat und warum), aber letztlich muss das wohl zwecks „Happy End“ so sein. Trotzdem bleibt er aufgrund der klassischen Machart immer spannend.

Das liegt auch daran, dass der Film mit den Zuschauern und ihren Erwartungen spielt. Hier ist beispielsweise die Besetzung Anthony Dawsons zu nennen – ein Blick auf sein Narbengesicht und schon hat man ihn als verdächtigen Charakter identifiziert! Oder auch McDowall, der auf genau solche zweifelhafte-unzuverlässigen Charaktere geradezu abonniert war zu der Zeit. So werden einem Verdächtige vorgesetzt, mit denen man etwas verbindet, obwohl man im Detail kaum etwas tatsächlich zu sehen bekommt von ihnen – weil sie eben „Typen“ sind. Und das macht den Film so unterhaltsam. Da verzeiht man auch Doris Days streckenweise sehr grenzwertiges „Overacting“.

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