Tron


Originaltitel:
Tron
Jahr:
1982
Eingetragen:
30.07.2019
IMDB-Wertung:
6,8/10

Das bis heute andauernde Dilemma aller „Hackerfilme“ ist gar nicht mal nur, dass die naheliegenden Protagonisten nicht unbedingt den fotogenen Maßstäben von Hollywoodschönheit entsprechen (was allerdings auch vielfach zu einigen Verrenkungen führte in der Filmgeschichte). Nein, das Beobachten der primären Aktivität ist schlicht und einfach stinklangweilig, weil „nichts passiert“. Wer sieht schon gerne zwei Stunden lang einer vor dem Bildschirm zusammengekrümmten, wild auf die Tastatur hämmernden Figur zu?

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Insbesondere schade, oder sogar schon traurig, da Tron eigentlich bereits in frühen Tagen einen möglichen Weg aufzeigte. Eventuell unbewusst, da man in der Videospielthematik vielleicht sogar nur einen trendigen Vorwand für eine Abenteuergeschichte suchte. Trotzdem: Eine Verbildlichung des eigentlich so abstrakten findet statt und ist, wenn auch geradezu betörend naiv, stellenweise treffender, als man es im ersten Moment wahrhaben möchte. Eine Lesart, mit der man der simplen Erlösergeschichte, die man bei expliziter Auffassung präsentiert bekommt, entgeht.

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Jenseits konventioneller Plotbahnen ist natürlich die hochexperimentelle Optik hervorzuheben. Tatsächlich stammt viel weniger aus dem Computer als allgemein angenommen; man verließ sich vielerorts auf das bekannte Rotoskopieverfahren. Aber unabhängig davon schafft es Tron, einen besonderen „Look“ zu bieten, der bis heute besonders ist. Nicht nur rein technisch, sondern es sind auch die Designs, die die Welt fremd und interessant wirken lassen. Wenn fliegende Brandenburger Tore den Helden verfolgen, dann kann man das einfach nur mögen!

Also zugegeben, viel Schein, wenig Sein. Aber der schöne Schein reicht ja auch manchmal.

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