Tron: Legacy


Originaltitel:
Tron: Legacy
Jahr:
2010
Eingetragen:
30.07.2019
IMDB-Wertung:
6,8/10

Man könnte meinen, ein Nachfolger zu einem primär von seiner Optik und deren technischer Umsetzung getragenen Films, ergäbe erst Sinn, wenn die nächste technische Evolutionsstufe erreicht sei. Insofern sind die dreißig Jahre seit dem originalen Tron durchaus wegzuerklären. Und was soll man bei der Geschichte schon groß erwarten? War diese nicht auch im Ursprungsfilm bereits zum Vergessen? Na klar doch.

TronLegacy01.jpg

So stellt sich Tron: Legacy dann auch genau dar. Das in der Vergangenheit bereits mehrfach zur Anwendung gekommene (Rückkehr zum Planet der Affen, Caprona II – Die Rückkehr der Dinosaurier) Sequelskript No. 53 wird aus der Klamottenkiste gezogen und 1:1 wiederverwertet: Neuer Protagonist (Garrett Hedlung) sucht den verschollenen Helden des ersten Teils (Jeff Bridges) und findet ihn schließlich als Gefangenen der bösen herrschenden Mächte der fremden Welt. Auf dem Weg erlebt er die Ereignisse der Vorgängerfilms einfach in nur leicht abgeänderter Form nochmal. Weiter aufgewertet wird dies durch liebevolle Zitate sonstiger Populärwerke jüngerer Tage; beispielsweise, wenn Saruman seine Orkarmee auf die große Schlacht einstimmt.

Thematisch wird die bekannte Motivik ganz geschickt aufgegriffen und mit der modernen Zeit reflektiert. Flynns Sohn repräsentiert dabei die klassische Hackerethik der 70er und 80er Jahre, kämpft für die Freiheit der Informationen, steht aber gegen die allgegenwärtigen Yuppies in ihren Machtpositionen auf recht verlorenem Posten. Es bleiben nur kleine Erfolge durch Robin-Hood-artige Aktionen. Unausgesprochene Doppelmoral: Der gleiche Charakter lebt von den ihm vererbten Geschäftsanteilen der „böse“ gewordenen Firma ganz locker vor sich hin. Ein Widerspruch, der aber auch im Original-Tron zeitgeistig (die 80er…) so stehenblieb. Letztlich bleibt es alles bedeutungslos. Wie bekannt und erwartet.

TronLegacy02.jpg

Und was ist nun mit der Optik? Mit dem vielgepriesenen Design? Zweifellos, im Vergleich macht Tron: Legacy (natürlich) einen riesigen technischen Sprung. Stellenweise mag man argumentieren, es gehe zu weit – beispielsweise wenn bei den nun in drei Dimensionen stattfindenen Lichtrennern praktisch keinerlei situativer Überblick mehr möglich ist. Was jedoch viel schwerer wirkt, ist extrinsisch: Der glatte Computerlook, aus dem die hiesige Kunstwelt besteht, ist in der Zwischenzeit allen Kinogängern ins Blut übergegangen. Tron: Legacy sieht genauso aus, wie jeder zweite andere Film. Die Stilisierung der optischen Elemente findet in viel geringerem Maße statt; die Quantität soll's machen, aber dadurch wirken viele Einstellungen dann leider nur optisch überladen. Die Verwendung von 3D? In diesem Fall ausnahmsweise tatsächlich mal ganz clever eingesetzt, aber trotzdem letztlich unnötig. Die computergenerierte Projektion des jungen Jeff Bridges ins Bild? Nett, aber steif, und vor Allem auch nicht mehr wirklich neu im Jahr 2010.

Also auf gewisse Weise das gleiche wie beim ersten Tron: zweifellos unterhaltsam und dabei völlig bedeutungslos. Nur dass der Wow-Effekt niemals eintritt. Insofern war Tron: Legacy zwar einigermaßen vorne dabei, aber keinesfalls führend.

Kommentare



Name:
Passwort (leer):
Botverifikation:
Bitte gib das Entstehungsjahr dieses Films ein!
Kommentar: