Conan – Der Barbar


Originaltitel:
Conan the Barbarian
Jahr:
1982
Eingetragen:
29.09.2019
IMDB-Wertung:
6,9/10

Das gesamte Fantasy- und Barbarengenre, nach Veröffentlichung dieses Filmes lange Zeit praktisch gleichgesetzt, krankt an einem riesigem Dilemma. Es laufen in diesen Filmen ausschließlich Menschen (oder menschenähnliche Kreaturen) in albernen Kostümen herum, die zu allem Überfluss dann auch noch eine von pathetischer Schwere gezeichnete Ernsthaftigkeit vor sich her tragen. Wie soll man seine Zuschauerschaft bitte dazu bringen, das auch nur ansatzweise ernstzunehmen?

Conan illustriert dies komprimiert in einem Satz: „Das ist Conan. Er kann nicht weinen. Darum weine ich für ihn.“ Während der aufgepumpte Arnold Schwarzenegger in einem Felllendenschurz mit stoischem Gesicht danebensteht.

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Und trotz des unglaublichen Fremdschämpotentials dieser Aussage gelingt es, die Zuschauerschaft zumindest für die Zeit des Schauens emotional mitzunehmen. Woran liegt das, insbesondere im Vergleich zu all den Imitationen, die folgten, und denen jenes nicht einmal ansatzweise gelang?

Erstens ist das Tempo der Handlung zu nennen. Große Zeit zum Nachdenken wird einem gar nicht erst gewährt, wenn die Handlung in Ort und Zeit wild voranspringt. Da übersieht man auch gern mal, dass der eigentliche Racheplot tatsächlich nur einen kleinen Teil der Laufzeit (am Anfang und Ende) einnimmt, und dass man in der Rückschau den gesamten Mittelteil (Conan als Gladiator, Conans Zusammentreffen mit seinen neuen Freunden, Conan & Co. als Diebesbande) auch gerne mal komplett vergisst (obwohl für sich gut inszeniert und unterhaltsam).

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Zweitens ist es der Einsatz respektabler Darsteller (James Earl Jones, Max von Sydow) in größeren Nebenrollen, der dem bunten Treiben einen einigermaßen seriösen Anstrich verleiht.

Drittens, keinesfalls zu unterschätzen, ist es die Dauerbeschallung mit „epischer“ Musik. Auch das kann ganz leicht nach hinten losgehen. Doch Komponist Basil Poledouris erweist sich als absoluter Glücksgriff: Es passt nicht nur, es wirkt. Geradezu hypnotisch. So dass man sich eine Bildgewalt vor dem geistigen Auge ausmalt, die der Film zwar nur teilweise wirklich einlöst, aber von der man sich trotzdem kaum losreißen kann.

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