Begierde


Originaltitel:
The Hunger
Jahr:
1983
Eingetragen:
29.10.2019
IMDB-Wertung:
6,7/10

In den 80er Jahren war die Zeit des klassischen Vampir-Gruslers , wie seit den 50ern insbesondere durch die Hammer-Studios geprägt, definitiv vorbei. Hammer selbst tat zu der Zeit gerade seine letzten Atemzüge im Fernsehen, was gar nicht mal so nicht schlecht war, aber produktionstechnisch weit entfernt von ihren besten Tagen. Im Kino musste eine neue Ästetik her.

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Mit John geht's zu Ende

Jene liefert Regisseur Tony Scott in seinem Debütwerk unzweifelhaft ab, passend zu den oberflächlichen 80er Jahren. Düstere Bilder, aber ohne expressionistische Schatten und wabernde Nebel. Moderne, kalt durchgestylte Apartments anstatt gotischer Kirchen. Und es brütet mit John (David Bowie) statt eines alterwürdigen Vampirs ein Aristokrat neuen Typs vor sich hin. Der hat zwar bereits 200 Jahre auf dem Buckel, altert nun aber rapide. So war es vorher auch all seinen Vorgängern ergangen, die sich mit der eigentlichen Obervampirin Miriam (Catherine Deneuve) eingelassen hatten, aber irgendwann ihre Zuneigung verloren.

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Miriam hat bereits eine Nachfolgerin (Susan Sarandon) im Blick

Da schwingen also Themen mit wie – ganz im Sinne des klassischen Vampirmythos – sexuelles Verlangen, Lust und Ekstase, die Begierde, an der Jugend anderer teilzuhaben, um seine eigene vielleicht nochmal gefühlt einen kleinen Moment wiederzuerlangen. Aber auch die unausweichliche Routine, ja Langeweile, die irgendwann jede Beziehung heimsucht. Das erkalten des anfänglichen Feuers, obwohl man es selbst nicht einmal möchte. Miriam wünscht John ja nicht aktiv den stattfindenden Verfall. Dass erstere schließlich an genau ihrem eigenen Verlangen scheitert, hat eine geradezu poetische Qualität.

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