Steiner – Das Eiserne Kreuz


Originaltitel:
Cross of Iron
Jahr:
1977
Eingetragen:
29.11.2019
IMDB-Wertung:
7,5/10

Der zweite Weltkrieg als Actionfilm, inszeniert von dem zu der Zeit bereits legendären Westernregisseur Sam Peckinpah? Der die bösen Nazis ins Zentrum der Erzählung stellt und diese sogar teilweise mit sympatisch belegten britischen und US-amerikanischen Darstellern (allen voran James Coburn und James Mason) besetzt? Das musste ja zum Tanz auf Eierschalen werden.

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Peckinpah lässt einen das jedoch mit seiner mitreißenden Inszenierung schnell vergessen. Kein Dialog, der ohne mindestens hörbare Explosionen im Hintergrund stattfindet. Keine zehn Minuten ohne direkte Lebensgefahr für die Protagonisten. Kaum Gelegenheit, Luft zu holen, und solche moralischen Maßstäbe zu durchdenken. Und das, obwohl es sich die patentierte Zeitlupenschießerei mit spritzendem Blut tatsächlich fürs Finale aufhebt. Im Nachinein betrachtet hat man es sich bezüglich der Besetzung doch recht einfach gemacht. Positiv belegte Figuren werden weitgehend von den internationalen Stars verkörpert, die deutschsprachigen Akteure dürfen meist als antagonistische Schmierlappen (Maximilian Schell) oder zumindest zweifelhafte Charaktere (Roger Fritz) auftreten – wobei Ausnahmen die Regel bestätigen (Klaus Löwitsch als „bäriger Kämpfer“ mit dem „Herz am rechten Fleck“).

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Und was bringt nun die Rückbetrachtung sonst so? Die Sinnlosigkeit sämtlichen Handelns aller Personen der Geschichte wird mehr als deutlich herausgestellt. Leider kommt man trotzdem nicht ohne einschlägige Heldenposen und -szenen aus, die die Legende der „aufrechten, ehrenhaften Soldaten“ bedienen. Der Nationalsozialismus kommt überhaupt nur ein einziges Mal überhaupt kurz zur Sprache und (interessanterweise) negativ belegt durch einen negativen, aber opportunistischen Charakter geäußert. Ein Beigeschmack bleibt, aber trotzdem ein toller Film.

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